PSA-Test ist aber nicht eindeutig
Prostata regelmäßig untersuchen lassen

Manche Männer bemerken beim Wasserlassen, dass mit ihrer Prostata etwas nicht stimmt. (Foto: Franziska Gabbert/dpa)

Viele merken zunächst nichts. Erst wenn der Harnstrahl schwächer wird oder der Urin rot ist, schöpft der Betroffene Verdacht. Beides kann Folge einer vergrößerten Prostata sein, eine ganz normale Alterserscheinung. Die Diagnose kann aber auch Prostatakrebs lauten - das ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann.

Regelmäßig untersuchen lassen

Wie ein Prostatakarzinom entsteht und was es begünstigt, wissen Ärzte noch nicht genau. Es gibt aber Hinweise darauf, dass jemand eher an Prostatakrebs erkrankt, wenn das auch schon beim Vater oder beim Onkel der Fall war. Ab dem 45. Lebensjahr sollten Männer ihre Prostata regelmäßig untersuchen lassen. Dabei tastet der Arzt das Organ ab und untersucht es mittels Ultraschall. Diese Vorsorge übernimmt einmal im Jahr die gesetzliche Krankenkasse.

Immer mehr Ärzte bieten ihren Patienten auch den sogenannten PSA-Test an. Der Grund: Karzinome im gut behandelbaren Frühstadium lassen sich selten ertasten. Daher kann der PSA-Test eine wichtige Ergänzung sein. Für den Test wird Blut im Labor untersucht. Die Abkürzung PSA steht für „prostata-spezifisches Antigen“ - ein Eiweiß, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird. Ist der PSA-Wert im Blut erhöht, dann kann dies ein Hinweis auf Prostatakrebs sein.

Oft banale Gründe

Zu einem erhöhten PSA-Wert kann es aber auch aus banalen Gründen kommen. So kann etwa Fahrradfahren oder ein Samenerguss unmittelbar vor dem Test dazu führen, dass der Druck auf die Prostata geringfügig ansteigt. Andererseits kann sich ein Mann, bei dem ein PSA-Test unauffällige Werte zeigt, auch nicht in Sicherheit wiegen: Nach einer europäischen Studie übersieht der Test gelegentlich Tumore. Die Studie zeigte aber auch, dass durch PSA-Tests bei Männern im Alter von 55 bis 69 Jahren die Wahrscheinlichkeit, an einem Prostatakarzinom zu versterben, signifikant sinkt.

Weil der PSA-Test umstritten ist, kommen die Krankenkassen für die Kosten in Höhe von im Schnitt 25 Euro nicht auf - der Patient muss das Geld aus eigener Tasche zahlen. Ist bei einem Mann der PSA-Wert bei einer Messung erhöht, ohne dass es dafür offensichtliche Gründe gibt, dann erfolgt in aller Regel eine zweite Messung. Zeigt der Test auch dann erhöhte Werte, wird für eine sichere Krebsdiagnose eine Gewebeentnahme aus der Prostata veranlasst. Bestätigt sich der Verdacht, dann folgen weitere Untersuchungen, um auszuloten, wie groß der Tumor ist und ob es bereits Metastasen gibt.

„Der frühe Tod des starken Geschlechts“, „Brustkrebs“ und andere Vorträge werden am Sonntag, 24. September 2017, Gustav-von-Schlör-Saal, auf der NOGEM angebot. Schwerpunktthema ist dort an diesem Tag unter anderem der Themenkomplex „Männer- und Frauengesundheit“.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.