14.03.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft stellt Projekt für psychisch Kranke vor Therapie auf Straußenfarm

Das Leben auf einem Bauernhof bietet einen geregelten Tagesablauf. Der wiederum ist vor allem auch für psychisch Kranke wichtig. Die Hoffnung auf ein neues Projekt ist groß.

Auf der Waldsassener Straußenfarm könnten bald auch psychisch Kranke einziehen. Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) verfolgt dieses besondere Therapieprojekt. Bild: exb
von Redaktion OnetzProfil

Zehn Menschen, die im "Haus Waldnaab" in Tirschenreuth wohnen, könnten auf die Straußenfarm Mitterhof in Waldsassen ziehen. Sie könnten den Landwirt bei seiner Arbeit unterstützen, sind allerdings nicht an feste Arbeitszeiten gebunden und dürften sich jederzeit zurückziehen. Klienten sind vor allem Menschen, die an Persönlichkeitsstörungen oder Autismus leiden.

So stellte Vorstandsmitglied Thomas Fehr das Projekt in der Vollversammlung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) im BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim vor.

Die Mitglieder freuten sich, dass der Antrag für die "Außenwohngruppe mit tagesstrukturierendem Element für psychisch kranke Menschen auf dem Bauernhof" ("ein Projekt im Rahmen der sozialen Landwirtschaft") von der PSAG genehmigt worden war. Die Hoffnung ist groß, dass weitere nötige interne Genehmigungen und die Zustimmung der Bezirksräte folgen.

Die Zielgruppe seien zwar psychisch Kranke, allerdings benötigten sie weder Nachtbetreuung noch besäßen sie größere körperliche Einschränkungen, sagte Fehr. Ziel sei es, den Betroffenen eine therapeutische Tagesstruktur zu bieten: durch individuelle Betreuung, das soziale Leben in einer Gemeinschaft und lebenspraktisches Training.

Bessere Zusammenarbeit

Die Arbeitsgruppe "Eckpunktepapier" stellte sich vor. Sie will sich um die Optimierung der Versorgungssituation psychisch auffälliger Jugendlicher der Nordoberpfalz kümmern. Darunter fallen zum Beispiel Kinder psychisch kranker Eltern, psychisch belastete Schwangere und junge Mütter mit Säuglingen oder Kleinkindern. Dieser Zweck würde nur erfüllt, wenn sich die Kooperation der einzelnen Fachstellen verbessere, betonte Fehr.

Jeweils fast 30 Mitglieder stimmten dafür, das "Sozialkompetenzzentrum Oberpfalz" in Luhe-Wildenau und die Seniorengemeinschaft "Generationen Hand in Hand" in Eschenbach in die PSAG aufzunehmen. Ersteres beschäftigt sich beispielsweise mit sozialem Gruppentraining und Suchtprävention. Dabei können Erlebnis- oder tiergestützte Pädagogik zum Einsatz kommen.

Die Seniorengemeinschaft engagiert sich für die Menschen in der Grauzone zwischen "den Fitten" und denjenigen, die schon unter einen Pflegegrad fallen. Die Leute dazwischen gingen oft unter. Es seien meist "nur" Kleinigkeiten, bei denen sie Hilfe benötigen, so Elisabeth Gottsche. Ein weiteres Thema war die Neubesetzung der Stelle im Prüfungsausschuss für Psychologie. Das stünde nach dem Wechsel von Dr. Stefan Gerhardinger zum Diözesan-Caritasverbandes Regensburg an, sagte Fehr. Neuwahlen des gesamten Prüfungsausschusses und Vorstands fänden im Herbst statt. Dann werde auch ein Nachfolger für Gerhardinger gewählt. Bis dahin übernimmt sein Stellvertreter, Matthias Warken, das Ruder.

Kunst ohne Handicap

Als Gast präsentierte sich das private Postunternehmen "City-Mail" mit seinem Projekt "Kunst kennt kein Handicap". Unter diesem Motto stellte Elisabeth Weidner die neue Briefmarkenkollektion vor. Das Besondere daran: Die Reihe besteht aus Bildern, die Künstler mit Handicap aus verschiedenen Einrichtungen eingereicht hatten (wir berichteten).

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