19.02.2018 - 17:12 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Qualitätszirkel überwacht alle Maßnahmen Kliniken AG bei Organspenden bundesweit top

Entgegen dem bayern- und bundesweiten Trend ist es am Klinikum Weiden in den letzten Jahren gelungen, die Zahl der Organspenden zu steigern. "Im Vergleich zu anderen Kliniken in Bayern, die ebenfalls nicht über eine voll umfängliche Neurochirurgie verfügen, rangieren wir beim Blick auf die durchgeführten Organspenden bayern- und bundesweit sogar in der Spitze", erläutert Dr. Andreas Faltlhauser, der transplantationsbeauftragte Arzt der Kliniken AG.

Eine Rarität. Noch haben nur wenige Patienten in der Oberpfalz einen Organspendeausweis. Bild: exb/Franziska Gabbert
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Unter seiner Leitung wurden nachhaltige und professionelle Strukturen entwickelt, um den fachlichen wie emotionalen Anforderungen in diesem schwierigen Arbeitsbereich gerecht zu werden. Mit einem Qualitätszirkel Organspende werden alle Maßnahmen in diesem Bereich koordiniert und überwacht, heißt es in einer Pressemitteilung der Kliniken Nordoberpfalz AG. Jede der Intensivstationen am Klinikum Weiden sowie die Intensivstation am Krankenhaus Tirschenreuth habe einen eigenen transplantationsbeauftragten Arzt. "Gerät ein Patient in die Situation, dass der irreversible Ausfall der Hirndurchblutung - so der medizinisch korrekte Ausdruck für den landläufig verwendeten Begriff Hirntod - droht, steht dem Arzt in der Beratung und Betreuung der Angehörigen ein Team von Spezialisten zur Verfügung", erklärt Faltlhauser. "Besonders geschulte Mitarbeiter unterstützen die Angehörigen in dieser emotionalen Ausnahmesituation und führen die immer sehr schwierigen Gespräche." Zudem wurde außerhalb des Krankenhausbudgets zusätzlich eine Stelle geschaffen, in der sich eine Person organisatorisch um alle Themen der Organspende an den Kliniken Nordoberpfalz AG kümmern kann.

Dass die Zahl der Spender im vergangenen Jahr bundesweit rückläufig war, werde häufig damit begründet, dass Krankenhäuser nach dem Transplantationsgesetz verpflichtet seien, potenzielle Organspender zu melden, dies aber in vielen Fällen nicht durchführten. Bei der Kliniken Nordoberpfalz AG geschehe dies jedoch in allen Fällen.

Im Durchschnitt versterben in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG pro Jahr etwa acht Patienten an Hirntod. Dieser muss von zwei erfahrenen Fachärzten festgestellt werden und erfordere noch einen weiteren technischen Nachweis. "Auch bei der Kliniken Nordoberpfalz AG wird dieses Vorgehen streng nach den gesetzlichen Vorschriften umgesetzt", bestätigt Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Egginger.

Ein Organspenderausweis sei hier von großer Bedeutung. Doch nur ganz wenige Patienten in der Oberpfalz hätten so einen Ausweis. Dabei kann auf diesem auch die Ablehnung einer Spende explizit dokumentiert werden.

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