Reiten für den neuen US-Präsidenten:
Parade-Ritt für Donald Trump

Noch entspannt Timothy J. French beim Urlaub in der Oberpfalz. Natürlich mit Pferden. Bild: cf

Reiten für den neuen US-Präsidenten. Der Schwiegersohn eines Weidener Anwalts eskortiert am 20. Januar Donald Trump: zu Pferd in einer Traditionseinheit der US-Armee. Der Soldat mit dem Bezug zur Oberpfalz sieht den Parade-Ritt vor einem Millionen-Publikum zwischen dem Capitol und dem Weißen Haus ganz cool. Amerikanisch lässig.

Weiden/Washington. Als Sergeant war Timothy J. French vier Jahr lang auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stationiert. Beim Ausgehen lernte er die Weidenerin Marisa Lang kennen - seine spätere Frau. Die 36-Jährige ist übrigens die Nichte des verstorbenen Staatsministers a. D. Gustl Lang.

Wenige Wochen vor dem wohl außergewöhnlichsten Einsatz seiner Militärlaufbahn beim "Inauguration Day" wirkt der 36-Jährige relaxt. "Es ist eine Aufgabe wie jede andere." Erst seit dem Frühjahr dieses Jahres leistet der Staff Sergeant (vergleichbar mit einem Oberfeldwebel der Bundeswehr) Dienst in der ältesten - noch aktiven - Infanterieeinheit der USA, "The Old Guard". Als Ehrenregiment geleitet es auf dem Nationalfriedhof Arlington gefallene Soldaten und verstorbene Veteranen zur Beisetzung: Sieben schwarze oder weiße Pferde führen jeden Trauerzug feierlich an, ziehen den Sarg auf einer Geschütz-Lafette. Timothy J. French wascht, putzt, pflegt - und reitet die nervenstarken, edlen Pferde der Rassen Percheron, Morgans, Shire und American Saddlebred.

Wild-West-Abenteuer

"Noch mehr Western geht nicht", erinnert sich French an seine ersten Reit-Erfahrungen. Ohne vorher je auf einem Pferd gesessen zu sein, trieb er als 16-Jähriger - des Taschengelds wegen - eine riesige Rinderherde von Montana nach Texas. Bis zu zwölf Stunden täglich saß er dabei im Sattel. "Gottlob waren die Pferde bestens ausgebildet. Die gescheckten Paints wussten, was zu tun ist." Die Erinnerung verklärt. "Great adventure, great experience", sagt er heute. Und grinst. Zugute kamen ihm beim Herdentrieb seine Erkenntnisse im Umgang mit Hunden; sie leisteten ihm nützliche Assistenz. Nach dieser Wild-West-Episode herrschte eine lange reiterliche Pause. French trat 2002 in die US-Armee ein, befehligte in Irak und Afghanistan Bradley-Schützen- und Stryker-Radpanzer. Unterrichtete als "Drill Sergeant" in Georgia und als Ausbilder an der NCO Academy (Unteroffiziersschule) in Washington State Tausende junger GI's. Schließlich stieß er im September - nach erfolgreicher Prüfung - zu der Traditionsgarde in Washington D. C.: mit der Zuständigkeit für 10 der 56 Pferde im Platoon.

Sein Arbeitstag beginnt um 4.30 Uhr und endet erst um 18 Uhr; Misten, Waschen und Putzen der Pferde, aufwendiges Polieren des prächtigen Saumzeugs mit 300 Teilen. "Die Arbeit mit Pferden ist für mich der Traumjob", meint er.

"Schusssichere" Pferde

"Keinerlei Anspannung" verspürt French mit Blick auf den 20. Januar. In einer 15-köpfigen Gruppe wird er zur Amtseinführung von Donald Trump auf der kilometerlangen Paradestraße, der Pennsylvania Avenue, zwischen dem Capitol und dem Weißen Haus, in Schritt und Takt reiten. Die schwarzen und weißen Pferde herausgeputzt, die Reiter in schmucker Paradeunform. French vertraut den Pferden. Sie sind schusssicher, scheuen weder bei wehenden Fahnen noch bei Salutschüssen - und steigen auf Kommando empor auf die Hinterbeine. Regelmäßig tritt die Einheit bei offiziellen Anlässen auf.

"Die Pferde hören besser zu. Bei Pferden sieht man schneller den Erfolg als bei Menschen", lautet das Resümee des Staff Sergeants nach vielen Jahren Kampf und Training. Und der 20. Januar 2017? Aufgeregt? "Business as usual." Eher steht bei ihm die Freude im Vordergrund, im Frühjahr zum zweiten Mal Vater zu werden - und seinen Schwiegervater, einen bekannten Weidener Anwalt, zum zweiten Mal zum Opa zu machen. Timothy J. French genießt mit seiner Frau Marisa und Söhnchen Jacob (3) den Urlaub in der Oberpfalz. Auch bei gemütlichen Ausritten. Der "Inauguration Day" für Donald Trump kommt noch früh genug.

Die Pferde hören besser zu.Timothy J. French, Ehemann von Marisa Lang aus Weiden
2 Kommentare
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 21.12.2016 | 10:53  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 21.12.2016 | 12:34  
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