01.01.2017 - 19:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Rekord bei den Geburten im Weidener Klinikum Jubel in der Neujahrsnacht

Die junge Dame ließ sich nicht lange bitten. Mit einer relativ schnellen Geburt ist Helene Böhm das erste Baby im Jahr 2017 im Weidener Klinikum. Dr. Karlheinz Mark, Leitender Oberarzt der Frauenklinik, kann zugleich einen neuen Rekord vermelden.

Nach nur wenigen Stunden schon fertig fürs Foto: Elena Thanhäuser (3070 Gramm) kam um 10.11 Uhr als zweites Baby des Jahres 2017 im Klinikum Weiden zur Welt. Mama Franziska (Kauffrau) ist wohlauf. Auch Papa Johann (Landwirt) war bei der Geburt dabei. Bild: Wilck
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Nicht nur Helene drängte es am Neujahrstag auf die Welt. Nach ihr folgten drei weitere Geburten. Sogar ein Zwillingspärchen kann Mark für Sonntag vermelden. "Auch das neue Jahr lässt sich gut an." Dabei hat er mit seinem Team einen besonderen Rekord zu feiern. "Seit ich hier bin, also seit 1986, hatten wir noch nie so viele Neugeborene wie im Jahr 2016."

Viele Zwillinge

"War bereits in den letzten Jahren ein Aufwärtstrend zu beobachten, so ist im Jahr 2016 mit 1350 Kindern bei 1319 Geburten ein Rekord zu verzeichnen. 2015 kamen in Weiden bei 1273 Geburten 1315 Kinder zur Welt, wobei eine bemerkenswert hohe Anzahl von 42 Zwillingsgeburten zu betreuen war." Im Jahr 2014 wurden bei 1164 Geburten 1210 Kinder geboren, bei der gleichen Anzahl von Zwillingsgeburten. 2014 kamen allerdings zwei Drillingsgeburten hinzu.

Im Jahr 2016 wurden 63 Prozent der Kinder auf dem natürlichen Weg ohne weitere Eingriffe geboren. Bei 30 Prozent erfolgte eine Kaiserschnittentbindung und bei 7 Prozent wurde eine Geburtszange oder Saugglocke eingesetzt. "Es zeigt sich eine recht stabile Rate an operativen Entbindungen, die auch weiterhin unter dem bundesweiten Durchschnitt von ca. 32 Prozent an Schnittentbindungen liegt."

Diese Rate ist umso bemerkenswerter, so Karlheinz Mark, als in einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe wie in Weiden naturgemäß ein deutlich höherer Anteil von Risikogeburten anfällt. "Wenn trotz dieser Risikoselektion die natürliche Geburt in Weiden im absoluten Vordergrund steht, so ist dies nur auf das überdurchschnittliche Engagement des Hebammenteams und die strikt patientenorientierte Arbeit der Geburtshelfer zurückzuführen."

Endlich mehr Mädchen

Zu erwähnen wäre noch ein positiver Trend in dem abgelaufenen Jahr: Endlich hat sich das Geschlechterverhältnis nahezu egalisiert. Bei 679 Jungen wurden 670 Mädchen geboren. In den beiden Jahren davor deutete das Verhältnis klar auf einen späteren Frauenmangel hin: 2015 standen den 641 Mädchen noch 674 Buben gegenüber und 2014 sah es nicht besser aus mit 567 Fräuleins gegenüber 642 Jungs.

Frühchen bestens versorgt

Als Leiter des Perinatalzentrums Nordostbayern, Standort Weiden, verweist Dr. Karlheinz Mark auf die relativ hohe Anzahl von sehr kleinen Kindern, die im dem Zentrum mit "Level 1" betreut werden. Bedingt durch zwei Drillingsfrühgeburten waren 2014 sogar 29 Kindern unter 1500 Gramm Geburtsgewicht zu verzeichnen, 2015 wurden 22 Kinder unter dieser Gewichtsgrenze geboren. "2016 hatten wir 26 Kinder unter 1500 Gramm zu versorgen, darunter waren sogar zwei Mädchen unter 500 Gramm."

Den Rekord stellte die kleine Amelie auf, die es "so eilig" mit ihrer Geburt hatte, dass sie gerade 465 Gramm auf die Waage brachte. "Um sich die Dimensionen zu verdeutlichen, muss man sich die Kleine neben dem schwersten Kind aus dem Geburtenjahrgang mit dem zehnfachen Geburtsgewicht von 4885 Gramm vorstellen", so Mark.

"Dass diese winzige junge Dame auf der neonatologischen Intensivstation einen Jahreswechsel in bester Verfassung verbringen konnte, ist der Expertise des sie betreuenden Teams aus speziell geschulten Kinderkrankenschwestern und den hochqualifizierten Neonatologen zu verdanken", betont Mark. (wd)

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