05.05.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Rothenstädter forderten Tempo 120 auf der Autobahn Nur leises Rütteln an freier Fahrt

Tempo 120 auf der Autobahn auch zwischen Rothenstadt und Au? Reinhard Pirkner, Präsident der Autobahndirektion Nürnberg, "will und kann" nichts versprechen. Der von OB Kurt Seggewiß bei der Bürgerversammlung angekündigte Brief sei noch nicht im Haus. Und: "Ich bin nicht besonders optimistisch."

Nach fast 30 Jahren ist die "Übergangskonstruktion" der Naabtalbrücke freigelegt. Vor Ort trafen sich (von links): Reinhard Pirner (Präsident der Autobahndirektion Nordbayern), Abgeordneter Albert Rupprecht, Thomas Pfeifer (Leiter der Dienststelle Bayreuth) mit Sachgebietsleiter Marco Weber, Andreas Oswald von der Firma Josef Rödlinger sowie Bernhard Dirrigl von der örtlichen Bauaufsicht. Bilder: Wieder (2)
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Aus dem Häuschen sind aber viele Bürger in Rothenstadt, die sich von Bahn- und Autobahnlärm regelrecht in die Zwickmühle genommen fühlen. Etwas Erleichterung bringen die seit Anfang April laufenden Sanierungsarbeiten an den acht Brücken zwischen Weiden-Süd und Luhe. Dabei werden nämlich die "Übergangskonstruktionen" zwischen Brückenkörpern und den "Widerlagern" ausgetauscht.

Die größte Baustelle ist dabei die Naabtalbrücke: Da sich das 160 Meter lange Brückenteil bei den unterschiedlichen Temperaturen um bis zu zehn Zentimeter verlängert oder verkürzt, muss dieses Wachsen oder Schrumpfen mit speziellen Konstruktionen ausgeglichen werden. Bisher geschah dies mit nahezu rechtwinkelig in die Fahrbahnen eingelassenen, beweglichen Schienen. Nachteil: Autos und Lastwagen rumpeln über die Stahlschwellen. Besonders das Scheppern leerer Lkw ist bis hinein nach Rothenstadt zu hören.

Lärm reduziert

Dies wird nun anders: Die Autobahndirektion lässt von der Firma Rödlinger wellenförmig geschwungene Schienen einbauen. Damit treffen die achsgleichen Räder nicht mehr zeitgleich auf die Schienen. Es rumpelt weniger. Zugleich dämpft eine dicke Gummi-Lippe zwischen den Schienen den Lärm. Ebenfalls eine kleine Erleichterung bringe der Einbau von lärmarmem Splittmastixasphalt im Bereich der Brücke. Bei seinem Besuch an der Baustelle bittet Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht die Vertreter der Autobahndirektion um Unterstützung, für eine weitere Lärmminderung "so schnell wie möglich". Die Zusammenarbeit bei der Realisierung bereits gebauten Lärmschutzwände in Weidener Stadtgebiet sei besonders lobenswert gewesen. Im Gegenzug dankt Pirner dem Abgeordneten, dass nun etwas mehr Geld für die Sanierung der Autobahnen im Haushalt bereit stehe.

Auf dem 7,5 Kilometer langen Abschnitt von Weiden-Süd nach Luhe würden für dringende Sanierungsmaßnahmen 5,6 Millionen Euro investiert: die Übergangslager, neue "Kappen" (Seitenstreifen) und Geländer kosten dabei rund 2,6 Millionen Euro. Entlang der Fahrbahnen würden etwa die Entwässerung saniert oder auch die durch Unfälle ramponierten Schutzeinrichtungen, die Leitplanken, erneuert.

Nur Ausbesserungsarbeiten sind auf den Betondecken der Fahrbahnen vorgesehen. Hier werden lediglich Löcher gefüllt, Risse verfugt. Der Belag an sich müsse noch ein Jahrzehnt halten, meint Pirner. Und macht damit zumindest langfristig doch wieder etwas Hoffnung. Bei einer grundlegenden Fahrbahnsanierung werde sicher an Lärm gedacht. "Wir machen gewöhnlich mehr als das, zu dem wir verpflichtet sind."

Hoffen auf Grinding

Allerdings sei hier noch völlig offen, ob mit dem jeweils deutlich teurerem Splittmastixasphalt oder mit dem "Grinding" (Aufrauen des Belags wie bei Luhe) die besseren Ergebnisse erzielt werden könne.

Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 120 sei jedoch "nie erste Wahl", betont Thomas Pfeifer, Leiter der Dienststelle Bayreuth. Der lärmmindernde Effekt einer Geschwindigkeitbeschränkung werde von den Bürgern überschätzt. "Über einen anderen Belag erreicht man am meisten." Außerdem: Auf der Autobahn wolle man schnell vorankommen.

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