18.10.2017 - 18:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schausteller überzeugt Konzept für neues Volksfest in Weiden nicht Zu wenig Rummel?

Fünf Tage im September statt zehn Tage im August: Das ist neu beim Volksfest 2018, bei dem erstmals die Stadt Regie führt. Eine bisher ungekannte Erfolgsformel? Die Schausteller haben da so ihre Zweifel. Doch bei der Neuausrichtung war ihre Meinung nicht gefragt.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Beim 119. Volks- und Schützenfest im August nahmen Hans und Elke Blum eine Ehrung entgegen: Seit 40 Jahren betreibt die Familie beim Volks- und Schützenfest Karussells, Schießstände und Imbissbuden. Inzwischen steht fest, dass es für sie ein 41. Jahr geben kann. Weil die Stadt als Ausrichter für die Feuerschützengesellschaft einspringt (wir berichteten). Dafür, betont Blum, ist er auch dankbar. Für das "Wie" weniger. Der CSU-Stadtrat bekennt: "Ganz ehrlich, ich bin enttäuscht. Ich wollte ein Volksfest - und keine Kirwa."

Vor allem den späten Termin - 14. bis 18. September - hält Blum für "ein Riesenproblem". "Die Leute haben da anderes zu tun", sagt er. "Sie geben ihr Geld für Schulsachen aus." Das Wetter sei unbeständiger als im August, abends könnte es bereits frisch werden. Und falls es das Wochenende verregnet, gebe es keinen Ersatz. Bisher hatten die Beschicker zwei Fest-Wochenenden. Ganz besonders wurmt den Stadtrat, dass ihn niemand nach seiner Meinung gefragt hat: "Als Weidener Anbieter habe ich mich stark für den Erhalt des Volksfests eingesetzt. Wenn ich jetzt zum September-Termin etwas anderes vorgehabt hätte, hätte ich nicht mal hinfahren können."

"Vollendete Tatsachen"

Auch Gerhard Donhauser, Vorsitzender des Schaustellerverbands, wurde "vor vollendete Tatsachen gestellt", wie er berichtet. In der vergangenen Woche habe ihn die Stadt über die Änderungen informiert, Einfluss habe er nicht mehr nehmen können. "Mir persönlich wäre der alte Termin lieber gewesen", räumt er ein - und vermutet, dass das viele Kollegen genauso sehen. "Aber es ist natürlich besser als gar nichts." Und falls das Wetter mitspiele, könnte auch ein fünftägiges Fest durchaus zum Erfolg werden. Auf NT-Anfrage antwortet die Stadt knapp, die Schausteller seien durchaus gehört worden (siehe "Nachgefragt").

"Fünf Tage sind zu wenig", findet Schaustellerin Monika Margraf. Sie befürchtet, dass sich für zahlreiche Kollegen der Aufwand des Aufbaus nicht mehr lohnt und daher "noch weniger Fahrgeschäfte als bisher" nach Weiden kommen wollen. Zudem habe sich der August-Termin bei den Anbietern etabliert. "Es hieß: Erst nach Grafenwöhr (zum Deutsch-Amerikanischen Volksfest, d. Red.), dann weiter nach Weiden."

Festwirt hofft auf Konzept

"Die Dauer ist gar nicht entscheidend", findet dagegen Festwirt Gerhard Böckl. "Auch drei oder vier Tage können Granate sein." Das belegten unter anderem der Barthelmarkt (heuer vom 25. bis 28. August) und Grafenwöhr (4. bis 6. August). Das Konzept müsse halt stimmen, attraktive und vielseitige Angebote vorsehen - nach dem Motto "Qualität statt Quantität".

Wie berichtet, begründet die Stadt die Verlegung mit der Konkurrenz durch Sommer- und andere Volksfeste im August sowie der Urlaubszeit. Das Weidener Volksfest im September - das allein ist übrigens keine Premiere. Hans Blum erinnert an das Jahr 1996, als die Feuerschützen diesen Versuch wagten. "Er war so ,erfolgreich', dass man das Fest im Folgejahr wieder in den August zurückverlegt hat." 

Knappe Antworten der Stadt

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