30.11.2007 - 09:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schöne Marionetten hat nicht nur die Augsburger Puppenkiste Lasst die Puppen tanzen!

Angelschnur und Sattlerzwirn,
Linden- und Zirbelholz,
Glasaugen und Gießmasse,
Ringschrauben und
Nägel – Raimund Pöllmann
aus Schwandorf hat eine
ganze Werkstatt voll davon.
Seine Frau Christine sammelt
Stoffe aus feinem Leinen,
Trikotage, Baumwolle,
Samt und Seide, dazu Borten,
Bordüren, Knöpfe, Perlen.
Wozu brauchen die beiden
all das bloß?

von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Ganz einfach – die Familie
Pöllmann hat ein besonderes
Hobby: Sie leitet das „Schwandorfer
Marionettentheater“. 30
Jahre ist es heuer geworden,
aber noch kein bisschen müde!
Dabei schnitzt Raimund Pöllmann
alle Puppen
selbst.
Christine
Pöllmann
kleidet die
Figuren liebevoll
ein.
Auch die
beiden erwachsenen
Söhne helfen
noch
mit. 25 bis
35 Stunden
Arbeit stecken
in einer
einzigen
Puppe – und über 400 gibt
es schon! Doch das ist nicht alles:
Der „Theaterdirektor“ hat
schon 18 Märchen selbst erfunden.
„Man denkt und denkt
und denkt, und mittendrin
kommt’s“, sagt Raimund Pöllmann.
Für jedes Stück werden „frische“
Figuren geschnitzt – kein
Wunder, dass es inzwischen so
viele geworden sind. Für den
Körper und
die Glieder
verwendet
Raimund
Pöllmann
Lindenholz –
das ist weich
und gut zu
bearbeiten.
Den Kopf der
Puppe formt
er jedoch aus
Zirbelkiefer:
„Dieses Holz
ist schön
leicht“, erklärt
der
ehemalige Lehrer, der zunächst
nur Krippen geschnitzt hat.
„Denn der Kopf der Puppe sollte
nicht zu schwer sein.“
Späne fliegen nur so
Wenn man Raimund Pöllmann
an seiner Werkbank über die
Schulter schaut und die Späne
gerade so fliegen, sieht alles
ganz einfach aus. Aber beim
Schnitzen heißt es gut aufpassen:
Was erst mal weggeschnitten
ist, kann man schließlich
nicht mehr ankleben. „Es
braucht halt Übung“, sagt Raimund
Pöllmann dazu.
Nach dem Schnitzen wird
das Holz abgeschliffen, grundiert,
nochmals geschliffen,
bemalt und schließlich lackiert.
Manche Puppen bekommen
zuletzt sogar echte
Glasaugen!

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