Schriftsteller erzählen ihre „Lebens-Geschichten“
Gute Gedanken

Helga Wiesbeck (links) regt zum Schreiben an. Für die Ergebnisse ihrer Autoren gibt es viel Beifall. Bild: hcz

(hcz) "Oma, Opa! Wie war das damals?" Seit 16 Jahren widmen sich die Autoren des Kurses "Autobiografisches Schreiben" der Aufzeichnung ihrer Erinnerungen und geben so Antworten auf die Fragen der Nachkommen. Helga Wiesbeck, ehemalige Augustinus-Lehrerin, leitet die Gruppe. Am Mittwoch legten im Maria-Seltmann-Haus zwölf Autoren ihre "Lebens-Geschichten" vor.

Wiesbeck begrüßte unter den gut 50 Zuhörern zwei besonders: Amalie Wutz und Fritz Ströhle, beide über 90 und von Anfang an dabei. Die langjährige Autorin Helga Rast ist vor wenigen Wochen verstorben. Sie hat ein Gedicht hinterlassen, das Helga Wiesbeck in memoriam vortrug: "Kleines Glück, mein Paradies". Es handelt von der "seligen Terrassenzeit" und zeichnet ein Stimmungsbild des geliebten Gartensommers. Von "Gartenfreud und Gartenleid" berichtete Erika Schieder. Sie erzählte vom Anbau von Feldfrüchten in der Vohenstraußer Straße in den Nachkriegsjahren, vom kleinen Gärtchen, das sie am Fichtenbühl ab 1958 hatte und von Blumen, Kräutern und Gemüse später am Lindenstock in Weiden-Ost. An ihren Auftritt als 17-Jährige beim Oktoberfest-Festzug in Miesbacher Tracht erinnerte sich Liselotte Elsner. "Ein unvergessliches Erlebnis", berichtete sie. "Schenkt euch die Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens", endete Fritz Ströhles Gedicht über den "Trauermonat November". "Kindheitserinnerungen an Sulzbach-Rosenberg" hatte Helga Willax. Christa Haubner erzählte vom "Federnschleißen" aus der "Glasmachersiedlung", wo um 1950 noch fast jede Familie einen kleinen Schuppen besaß, um darin Gänse zu halten. "Probieren Sie's doch!" Dieser Spruch war für Irmgard Oheim nach ihrer Erzählung die "erste Treppe zu einer Selbstbewusstseins-Leiter" gewesen. "Träume" offenbarten Rita Bayer und Rosmarie Münchmeier. Während Bayers Träume von Erlebnissen in der Bergwelt handelten, zeigten Münchmeiers Träume Wege zum inneren Frieden auf. Hans-Werner Gueinzius behandelte seinen Kindheitstraum: ein Schaukelpferd, das er nie besaß. Gertrud Förtsch berichtete von ihren Puppen "Durl" und "Hannelore". Schließlich erklärte Sieglinde Wohner, "warum es sich lohnt, 90 zu werden": Wein, Essen, Kinder, Enkel, gute Freunde. Die Veeh-Harfen-Gruppe der Musikschule Neustadt umrahmte die Lesung.
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