08.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst im Internationalen Keramikmuseum Zeittypische Kunstwerke in Porzellan

Die Sonderausstellung der zur Seltmann-Gruppe zählenden "Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst" im Internationalen Keramikmuseum zeigt, was an Porzellan-Handwerkskunst möglich ist. Bürgermeister Jens Meyer unterstreicht, dass der Name Seltmann untrennbar mit Weiden verbunden sei.

Zur Vernissage kommen 80 Besucher, darunter (von links) Kurator Thomas Kühn, Konstantin Thomas von den Keramischen, Constantin von Schierholz, Museumsleiterin Stefanie Dietz, Bürgermeister Jens Meyer und Sabine Guhl, die Leiterin der Regionalbibliothek. Bilder: Kunz (3)
von Autor UZProfil

Mitglieder der Familie Seltmann waren zugegen, als Kurator Thomas Kühn vor 80 Gästen am Sonntagvormittag die Ausstellung eröffnete. Er würdigte den Schulterschluss zwischen Seltmann Weiden, der Fördergruppe "Die Keramischen", des Freundeskreises des Internationalen Keramik-Museums und der Stadt Weiden. Constantin von Schierholz führte in die Ausstellung ein, die bereits am Ostermontag im Rahmen einer Preview 180 Interessierte besucht hatten.

Eine Lebensaufgabe

Schon die Intention der Gründung der Schwarzburger Werkstätten durch Max Adolf Pfeiffer im Jahr 1909 habe darauf hingewiesen, dass hier die Spitze dieser besonderen Handwerkskunst markiert worden sei. Pfeiffer, für den die Gestaltung von Porzellan "eine sehr ernsthafte Sache, eine Lebensaufgabe, wie sie größer und schöner nicht zu denken ist" war, habe mit Gründung der "Schwarzburger Werkstätten" ein Dutzend der besten modellierenden Porzellan-Künstler um sich geschart.

Das Besondere daran sei die Idee gewesen, zeittypische Kunstwerke in Porzellan zu erschaffen. Die neuen Bewegungen der Kunstwissenschaften hätten sich in den Erzeugnissen widergespiegelt. Und zwar beginnend mit den Zielen des Werkbundes, Ästhetik und gleichzeitig Gebrauchsfähigkeit des kunsthandwerklichen Erzeugnisses mit der seriellen, industriellen Produktion zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Von Schierholz erinnerte an die Zweckmäßigkeit des in Weimar 1919 gegründeten Bauhauses.

Ab der Gründerzeit

Die Exponate, Unikate, limitierte Serien und Kleinserien, gliedern sich grundsätzlich in zwei zeitliche Perspektiven: Einerseits werden Porzellan-Werke von Künstlern aus der Gründerzeit und den folgenden prägenden Jahren präsentiert - andererseits die Überführung dieses Gedankens mit Werken der Neuzeit.

Während Künstler wie Ernst Barlach, Arthur Storch, Gerhard Marcks, Etha Richter, Otto Thiem, Max Adolf Pfeiffer und Dorothea Charol die erste Phase der "Schwarzburger Werkstätten" abbildeten, zeichneten Bärbel Thoelke, Peter Strang, Gudrun Gaube, Andreas Ehret und Kati Zorn den Weg in die neue Zeit.

Auf diese Weise fasziniert das Potpourri an handwerklichen Finessen. Wer hier glaubt, dass die Porzellankunst dem Kunsthandwerk berühmter Maler hintenan stehe, der täuscht sich. Die Ergebnisse jahrelanger Versuche und kreativen Schaffens zeigen, dass im Porzellan nahezu alle Möglichkeiten der Darstellung liegen. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Juli zu sehen.

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