Soll der Garten der Seltmann-Villa ein öffentlicher Park werden?
Ende eines Dornröschenschlafs

(Foto: Michael Ascherl)

Die Idee kommt aus München. Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege regt die Öffnung des Parks der Seltmann-Villa für die Öffentlichkeit an. Mit der Sanierung des Gartens durch die öffentliche Hand ließe sich gleichzeitig eine Finanzierungslücke beim Investor schließen. Das Thema steht auf der Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung am Montag.

Wie bekannt, ist die Seltmann-Villa mitsamt Park, Mauer, Brunnenbecken und Gartenpavillon auf die Denkmalliste aufgenommen worden. Ein Abriss ist damit ausgeschlossen. Die Eigentümer haben mit Ralf Schneeberger aus Windischeschenbach nach langer Suche einen Investor gefunden, der im Juni eine Kaufoption unterschrieben hat. Er wäre bereit, die Villa zu sanieren und kündigt den Einbau von zwei Kanzleien und vier Wohnungen an. Das Landesamt für Denkmalpflege hat bereits 2013 eine Förderung von 1,8 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Laut Vorlagebericht für die Stadtratssitzung ist für die Sanierung von Villa und Park eine Gesamtsumme von etwa 5,1 Millionen Euro nötig (inklusive Kaufpreis von 850 000 Euro). Dem Investor fehlen laut Vorlagebericht 250 000 Euro in seiner Finanzierung. Ein Ausweg wäre die Schaffung eines öffentlichen Parks anstelle des Gartens: "Die Idee der Parknutzung wird als wichtige Etappe gesehen, das Gesamtziel ,Erhalt der Seltmann-Villa' als herausragendes Baudenkmal zu erreichen." Laut Karl brauche es dazu aber eines gewissen Zutuns der Stadt.

Zum einen müsste die Stadt die Sanierung des Parks als "eigene Ordnungsmaßnahme" durchführen. Die Regierung der Oberpfalz hat signalisiert, dass Städtebauförderung fließen könnte, wenn Bedarf für einen Park begründet werden kann. Dazu gehört eine Prognose über die öffentliche Nutzung. Das Stadtplanungsamt hat sich Gedanken gemacht. Fazit: Es sieht einen Seltmann-Park nur dann als sinnvoll an, wenn im Gebäude eine öffentliche oder öffentlichkeitswirksame Nutzung untergebracht werde. Also beispielsweise ein Tagescafé oder ein Restaurant. Das Grundstück ist etwa 7500 Quadratmeter groß.

Zum Zweiten müsste die Stadt Geld in die Hand nehmen (Kasten). Auch der Unterhalt würde an der Stadt hängenbleiben. Der Park muss für mindestens 25 Jahre öffentlich zugänglich sein. Für den Investor sei dies vorstellbar. Das Stadtplanungsamt legt dem Stadtrat "keine rein fiskalische Betrachtung" ans Herz, sondern verweist auf eine Attraktivitätssteigerung für Weiden. (Angemerkt)

Diese Kosten müsste die Stadt tragenIm Zusammenhang mit der Sanierung der Seltmann-Villa müsste auch der Park saniert werden. Eine Aufgabe für die Stadt, die schon im Haushalt 2018 Mittel für einen ersten Bauabschnitt bereitzustellen hätte. Die Park-Maßnahme kostet nach derzeitigen Schätzungen 1,1 Millionen Euro. Förderfähig sind nur 400 000 Euro. Diese würden mit 60 Prozent (240 000 Euro) bezuschusst. 40 Prozent müsste die Stadt übernehmen,. Das sind 160 000 Euro. Dabei aber bleibt es nicht. Auch die nicht förderfähigen Kosten blieben an der Stadt hängen. Das sind 700 000 Euro. Insgesamt muss die Stadt 860 000 Euro für den Park zahlen. Dazu kommen noch Kosten für Unterhalt. (vok)

Soll der Garten der Seltmann-Villa ein öffentlicher Park werden? Das beraten am Montag die Weidener Stadträte.

Luftbild: Michael Ascherl

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