SPD-Abordnung besucht Gemeinschaftsunterkunft - Spotübungsleiter gesucht
Vorurteile gegen Flüchtlinge abbauen

Koordinator Manfred Weiß (links) informierte eine SPD-Delegation über die Gemeinschaftsunterkunft. Dilshad und Suleman (Zweiter und Dritter von links) zeigten den Besuchern ihre Zimmer. Sie suchen eine kleine Wohnung in Weiden. Bild: Dobmeier

Auch in der Gemeinschaftsunterkunft in der Kasernenstraße bewegt das Attentat von Berlin. Wie einer der Flüchtlinge bei einem Besuch der SPD berichtete, schwanken die Gefühle zwischen Ablehnung und Sorge.

(rdo) Der junge Syrer Suleman ist zwiegespalten. Einerseits verurteilt er den Attentäter von Berlin. Gleichzeitig hofft er, dass die Deutschen die Flüchtlinge nicht über einen Kamm scheren. Er bat um Geduld bei der Integration.

Suleman ist seit 14 Monaten in Deutschland. Bei einem Besuch der SPD-Ortsvereine Stockerhut/Lerchenfeld und Rothenstadt/Konradshöhe in der Gemeinschaftsunterkunft berichtete der Syrer - in deutscher Sprache - von seiner Situation. Er holt in der Integrationsklasse der FOS/BOS die mittlere Reife nach, unterstützt von Nachhilfelehrern. Sein Ziel sei das Abitur und danach ein Medizinstudium. Ebenfalls in der Unterkunft lebt der kurdische Iraker Dilshad. Er teilt sich mit einem weiteren Bewohner 16 Quadratmeter im Wohncontainer.

Waschraum, Toiletten und Küche sind über den Gang erreichbar, erläuterte der Asyl-Ehrenamtskoordinator der Diakonie, Manfred Weiß. Die Diakonie arbeite im Netzwerk Asyl mit etwa 200 ehrenamtlichen Unterstützern, der Caritas und dem Arbeitskreis Asyl sowie den Behörden zusammen. Dilshad ist seit einem Jahr da und beginnt im Januar zu arbeiten. Er sucht ebenso wie Suleman eine kleine Wohnung. Er gehört zu den 75 Fehlbelegern, sprich: Er ist anerkannt und sollte eigentlich in eine reguläre Wohnung. Die zu finden ist aber oft sehr schwer. Unter den 273 Bewohnern der Unterkunft leben 17 Familien mit 45 Kleinkindern und Minderjährigen, so Weiß.

Ebenfalls beim SPD-Besuch vor Ort war Sabine Buchberger. Sie bastelt regelmäßig mit Flüchtlingskindern im Café Mitte. Den Ortsvereinen brachte sie eine dort gebastelte Krippe mit. Von der SPD erhielt sie dafür eine kleine Spende. Weitere Materialspenden zum Basteln sind im Café Mitte immer willkommen. Für etwas ältere Flüchtlinge soll in der zweiten Januarwoche das etwas eingeschlafene Jugendnetzwerk mit Aktionen im Jugendzentrum wieder anlaufen. Außerdem gibt es eine Sportgruppe, für die noch ein ausgebildeter Übungsleiter gesucht wird. Am Freitag, 3. Februar gibt es um 18 Uhr im Café Mitte außerdem den Workshop "Flüchtlinge integrieren".
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