19.10.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sportliche Tipps von Thorsten May Aufwärtshaken vom Boxprofi

"Die Schläge sind super", lobte der Experte schmunzelnd. "Aber die Deckung ist noch mangelhaft." Gelächter in der Halle. Dennoch ging an diesem Nachmittag niemand mit einem blauen Auge nach Hause. Thorsten May (48) war nicht nach Weiden gekommen, um der Belegschaft das Boxen beizubringen, vielmehr wollte er seine Zuhörer sensibilisieren, mehr Sport zu treiben und sich einer gesunden Lebensweise bewusst zu werden. Mays Vortrag gehört zu dem Präventionsprojekt "Spitzensportler bewegen Mitarbeiter" der Barmer.

Der ehemalige Profiboxer Thorsten May zeigt Mitarbeitern von BHS Tabletop, was ein Haken ist. Die Belegschaft macht begeistert mit. Bild: mic
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Die Erfolge von Thorsten May können sich sehen lassen: 1991 holte er sich den Weltmeistertitel, 1992 brachte er von den Olympischen Spielen in Barcelona Gold mit nach Hause und 1999 gewann er die Europameisterschaft. May erzählte von seinen Anfängen als kleiner Bub in einem Boxclub in Brandenburg. Seinen ersten Kampf durfte er mit 7 Jahren bestreiten. "Mein Vater hatte mir Ballettschuhe verpasst, weil es damals im Osten in kleinen Größen noch keine Boxschuhe gab."

Mit 14 wechselte er in eine Sportschule in Frankfurt/Oder, wo auch Henry Maske und Axel Schulz trainierten. "Ich war Sparringspartner von Maske, und als der 1988 aus Seoul als Olympiasieger nach Hause kam, hat es bei mir Klick gemacht." Ein Trainer habe ihm einmal einen Satz ans Herz gelegt: "Glaube an dich, denn die anderen kochen auch nur mit Wasser." Das sei zwar abgedroschen, aber wahr, meinte May.

Immer wieder erzählt er von seinem Vater, der in den 70er Jahren von Mohammed Ali geschwärmt hat: "Der kann so schnell schlagen, der braucht keine Deckung." Deshalb müsse ein Boxer kein Muskelprotz sein, sondern Schnelligkeit, Beweglichkeit, Technik und Taktik trainieren. Dass auch ungewöhnliche Wege zum Ziel führen, zeigte die Vorbereitung für Barcelona. "Wir haben Trainingskämpfe im Phantasialand absolviert. Dort gab es eine Arena, die der Stierkampfarena in Barcelona, in der die Boxkämpfe stattfinden sollten, nahe kam. Und es hat geklappt."

May erinnerte sich nicht nur an seine Erfolg, sondern erzählte auch von Niederlage und der Zeit danach, in der er sich immer wieder neu motivierte. Niemand müsse Profisportler werden. "Aber bleiben Sie offen für Neues." Wichtig sei vor allem, erst einmal zu beginnen. "Jeder muss für sich das finden, was ihm Spaß macht", gab der Ex-Champion seinen Zuhörern mit auf den Weg.

Leistungssport betreibt May mittlerweile nicht mehr. Dennoch baut er täglich 30 Minuten Ausdauerprogramm und 30 Minuten Functionaltraining in seinen Tagesablauf mit ein. Und bei Stress: "Gehen Sie raus in die Natur. Das ist besser als jede Medizin."

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