Sprachrohr für Eltern

Wladimir Weinberg und Melisa Bel Adasme stellen das "Bundeselternnetzwerk" vor. Rosa Seifert (Zweite von links) vom Weidener Integrationsbeirat hatte nach Weiden eingeladen. Bild: hcz

Der Name ist sperrig: "Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung und Teilhabe". Was ist das? Eine Interessensvertretung und ein Sprachrohr für Eltern, die eine Einwanderungsgeschichte haben.

Am Donnerstag gab es ein Informationstreffen mit den Geschäftsführern des "bbt" beim Verein "Neue Zeiten" zur Integration russischsprachiger Bürger. Mit dabei: gut 20 Vertreter von Bildungsträgern, Elternbeiräte verschiedener Nationalitäten, die Bildungskoordinatoren von Landratsamt und Stadt sowie mehrere in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit tätige Personen.

Eingeladen hatte Rosa Seifert, Mitglied des Weidener Integrationsbeirats. Wladimir Weinberg (Köln) und Melisa Bel Adasme (Frankfurt) erklärten die Zielsetzung des "bbt": Barrieren der Elternbeteiligung im Bildungssystem abbauen, mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen, Diskriminierung und Benachteiligung erkennen und beseitigen. In Zusammenarbeit mit Organisationen türkischer, russischsprachiger, spanischer und afrikanischer Elternvereine sowie der INBAS-Sozialforschung GmbH und dem Bundesnetzwerk "Bürgerschaftliches Engagement" sollen nachhaltige Strukturen geschaffen werden, welche die Migrantenorganisationen vor Ort stärken, sagte Weinberg.

Einwanderer seien "Eltern wie alle Eltern", stellte Bel Adasme fest. Und doch gelte es, Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Zusammenarbeit von Schulen mit den Eltern sei ein zentraler Faktor für den Bildungserfolg von Kindern, gerade bei Migranten. Das Projekt, vom Europäischen Fonds ko-finanziert, laufe schon zwei Jahre. Noch vor dem Auslaufen der Förderung wolle man voraussichtlich im Oktober in Berlin einen Verein gründen.

Lokale Initiativen bräuchten Vernetzung und Unterstützung, so Bel Adasme. Bisher gebe es so etwas auf Bundesebene nicht. Das "bbt" fordere unter anderem, die Mehrsprachigkeit von Migrantenkindern als Potenzial zu sehen und die Herkunftssprachen in das Bildungssystem einzubauen. Weinberg forderte die Weidener Organisationen auf, sich der Arbeit des "bbt" anzuschließen.

Aus den Reihen der Teilnehmer kam unter anderem der Einwand, dass es sich bei Bildungsangelegenheiten um Ländersache handele. Es werde schwierig sein, die Forderungen auf Bundesebene länderspezifisch abzustellen. Auch wollten die Teilnehmer der Gesprächsrunde wissen, welche Vorteile die Beteiligung für unsere Region bringen werde.
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