12.04.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadt bereitet Umbau Adolf-Kolping-Platz und Wittgarten-Durchstich vor Millionen-Projekt für Radfahrer

Zwei schwierige Projekte, die seit Jahrzehnten auf der Agenda stehen, kann die Stadt Weiden im Sommer angehen: Im August wird das Tiefbauamt den Adolf-Kolping-Platz umgestalten und endlich sichere Fahrspuren für die Radler schaffen. Zudem beginnt der Wittgarten-Durchstich.

Alle Augen richten sich auf den Wittgarten-Durchstich, der die Schienen unterquert, die das Stadtgebiet durchtrennen. Die 220 Meter lange Verbindung rückt den Stadtteil Stockerhut ganz nahe an die Max-Reger-Straße und damit ans Herz der Innenstadt. Mit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb sammelt die Stadt auch Anregungen für die weitere Entwicklung des gesamten angrenzenden Quartiers. Bild: Schönberger
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die hohe Förderung macht die kurze Radfahrer- und Fußgängerverbindung von der Max-Reger-Straße zum Stadtteil Stockerhut möglich. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Stadtplaner Friedrich Zeiß und Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier rechnen mit Kosten von 3,8 Millionen Euro. 2,1 Millionen kommen aus dem Kommunalen Investitionsförderprogramm sowie weitere FAG-Gelder, so dass der Eigenanteil Weidens erschwinglich wird.

Der Wittgarten-Durchstich, insgesamt rund 220 Meter lang, werde die erste echte barrierefreie Querung der Bahnlinie mit einem auch für Rollstuhlfahrer verkraftbaren Gefälle von unter drei Prozent, betont Stadtplaner Zeiß. Die Betonkonstruktion des Hauptbauwerkes werde im Westen der Schienen, auf dem Areal der Stadtwerke, vorbereitet und fertig gegossen. Am 28. März 2018 werden die Gleise auf Höhe der Baustelle abgebaut. Bereits seit drei Jahren sei dieser Termin mit der Bahn vereinbart. "Wir haben nur sieben Tage Zeit. Dann müssen die Züge wieder drüber rollen. Auch am Karfreitag 2018 wird deshalb gearbeitet."

25 Meter langer Tunnel

Im Eilzugtempo sind deshalb die Erdarbeiten zu erledigen, damit das Betonbauwerk an Ostern 2018 über Teflon-Schienen in den Gleiskörper eingeschoben werden kann. Die Tunnel-Konstruktion ist 25 Meter lang, sechs Meter breit und hat eine lichte Höhe von 2,5 Meter. "Wir alle sind zuversichtlich, dass das alles auch wirklich klappt", betont Zeiß. Und da der Wittgarten-Durchstich für die anliegenden Grundstücke völlig neue Möglichkeiten schafft, sie aus ihrem Hinterhof-Dasein holt, lobt die Stadt Weiden einen städtebaulichen Ideenwettbewerb aus: Wie sollen die "Anschlüsse" an Josef-Witt- und Sparkassenplatz sowie Siechenstraße gestaltet werden, welche Nutzungen sind möglich, gewünscht und machbar? Ergebnisse erwarten Oberbürgermeister Seggewiß und Stadtplaner Zeiß noch in diesem Jahr. Der Geltungsbereich des Wettbewerbs zieht sich im Westen über den Wittgarten und die Stadtwerke-Grundstücke hinaus bis zum Jugendzentrum. Einschließlich der Preisgelder für die besten Vorschläge wird die Stadt in den Wettbewerb rund 120 000 Euro investieren.

Starke Eingriffe

Gravierende Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen hat die Umgestaltung des Adolf-Kolping-Platzes. Über die verkehrsreichste Kreuzung der Stadt rollen täglich 40 000 Fahrzeuge. Tiefbauamtsleiter Grillmeier will dabei nicht ausschließen, dass ab Mitte August an einigen Tagen sogar eine Vollsperrung nötig ist. Schließlich müssen Ampeln versetzt, Gehsteigkanten entfernt, Querungshilfe "auf Niveau Null" gesetzt und "taktile Bodenleitsysteme" (Rippen und Noppenplatten für Sehbehinderte sowie Rollboard) eingebaut werden. Die neuen Ampeln "geben sogar" Laut, wenn sie umschalten.

Vor allem müssen alle Fahrbahnen abgefräst und neu aufgebaut werden. "Das wird durchaus eine baulogistische Herausforderung." Die Arbeiten für die neuen Radler-Schutzstreifen (620 000 Euro teuer) ziehen sich dabei weit in die Christian-Seltmann- (hoch bis zur Fichtestraße), Schiller-, Sedan- und Nikolaistraße. Insgesamt werden über 10 000 Quadratmeter neue Asphaltdecken verlegt.

Die von Reinhold Baier, dem Verkehrsgutachter der Stadt, und von Coplan erstellte Planung habe das Sicherheitsaudit erfolgreich durchlaufen, berichtet Stadtplaner Zeiß. "20 Jahre lang haben wir uns an dieser Stelle die Zähne ausgebissen." Er glaubt, dass die Schutzstreifen nicht nur die Sicherheit für die Radfahrer erhöhen, sondern auch der Verkehrsfluss insgesamt beschleunigt werden.

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