Stadtrat diskutiert Wohnbebauung auf den Flächen des Turnerbundes
Streit um Selbstverständlichkeiten

Das dichte Grün, in das bisher die Sportflächen des Turnerbundes eingebettet sind, soll auch bei der künftigen Nutzung als Baugebiet weitgehend erhalten bleiben, fordern Bürger und Stadträte. Luftbild: NT-Archiv

Über gelegentliche Rückwärtssalti des Partners wundern sich weder Turnerbund-Spitze noch die Stadt Weiden. Es dauert also, bis der Kaufvertrag für die TB-Flächen in der Feinabstimmung formuliert ist. Wesentlich eiliger haben es die Stadträte, die schon mal die Leitplanken für die künftige Bebauung am Hammerweg setzen wollen.

Immerhin: Die Aussagen von Rechtsdezernent Hermann Hubmann und TB-Vorsitzendem Bernhard Schlicht decken sich: Hubmann rechnet damit, dass der Entwurf des Kaufvertrags "in den nächsten Tagen" vorliegt. Schlicht spricht von der "nächsten Woche". Einen Notartermin gibt's aber noch nicht, bestätigen beide. Aber: "Wir sind am Endpunkt angelangt", gab sich Hubmann in der Sitzung des Stadtrats zuversichtlich.

Dabei hat der Stadtrat im Februar beschlossen, dass Weiden die 32 000 Quadratmeter erwirbt. Am 23. Februar beauftragte er die Verwaltung, "unverzüglich durch eine Machbarkeitsstudien Entwicklungsvorschlag für eine zukünftige Bauleitplanung unter Einbeziehung weiterer angrenzender Grundstücke und Begleitung durch ein Fachbüro vorzulegen.

"Über die langen Verhandlungen zum Grundstücksverkauf kann man nur den Kopf schütteln", bemerkte SPD-Fraktionschef Roland Richter. "Es ist noch nichts spruchreif. Dafür gibt es kein Verständnis mehr. Warum fehlen die Unterschriften? Wir wollen einen Zeitplan. Wir haben das Gelände nicht für Zwischendurch gekauft. Der TB muss zu Potte kommen", forderte Richter.Die neue Bebauung müsse sich einfügen, Eingriffe in den Hammerweg-Park sowie in den Bestand der großen Bäume, die den großen Fußballplatz einsäumen, müssten vermieden werden. "Davon sollten wir wirklich die Finger lassen." Richter sprach vom "Wohnen im Grünen".

CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch bedauerte, dass der Bericht der Verwaltung (Hintergrund) "so umfangreich nicht" sei. "Der Antrag ist nicht beantwortet." Vor allem vermisse er Angaben zur Zeitschiene. "Wir wollen das Gebiet zügig entwickeln." Es sei ein Umgriff bis hinunter zur Spielvereinigung einzubeziehen. Gerade die Entwicklungsmöglichkeiten dieses Gebietes habe die Stadt bewogen, die TB-Fläche zu erwerben. "Beginnen wir, größer zu denken. Wir wollen diese Grundstücke nicht ewig im Besitz der Stadt halten. Wir brauchen Wohnraum."

Die vorgesehene städtebauliche Planung sei in dieser Dimension für die Stadt erfreulich. Die gestellten Fragen müssten verantwortungsvoll beantwortet werden, unterstrich CSU-Stadtrat und Architekt Karlheinz Beer. "Diese Weichenstellung verfolgen ein Projekt sehr lange."

Die Forderung von Pausch und Beer, dass der Stadtrat eng in die Planungen einbezogen werden sollten, sorgten bei OB Kurt Seggewiß für leichte Irritationen: "Hier wird über Selbstverständlichkeiten gestritten." Natürlich würden die Gremien des Stadtrats das Projekt eng begleiten, versicherte Seggewiß. Alois Schinabeck (SPD) stellte schließlich entnervt Antrag auf Schluss der Debatte, der einstimmig angenommen wurde.



Hintergrund: Bauamt sucht geeignete Planer

Das Bauamt ist dran. Es führte bereits Gespräche mit geeigneten Büros., die die Grundlagen für die Bebauung auf den TB-Flächen erarbeiten können. Sie seien auch zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden, versicherte Friedrich Zeiß, Leiter des Stadtplanungsamtes, zum Antrag der CSU-Fraktion im Stadtrat.Die CSU fordert eine nachhaltige Stadtentwicklung. Dies setze eine mehrstufige Vorgehensweise voraus. In einem ersten Schritt seien die Nutzungen, die Bebauungsdichte, die Einbindung in das bestehende Stadtgefüge (Verkehr, Versorgung), Restriktionen (Lärm, Biotopflächen), Altlasten, Realisierungsabschnitte usw zu klären. Es könne nötig sein, Fachgutachten zu beauftragen. Das Ergebnis der städtebaulichen Feinuntersuchung stelle die Grundlage für die Auslobung bzw den Auslobungstext eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs dar.

Stadtkämmerin Cornelia Taubmann bestätigte, dass der Grundstückskauf von der Regierung gefördert werde, wenn die Stadt auf den Flächen Sozialwohnungen errichte. Auch die städtebauliche Voruntersuchung sei förderfähig.

Die Anwohner am Turnerbundgelände machten bereits bei den Fraktionen deutlich, dass sie eine Bebauung begrüßen, berichtete SPD-Fraktionschef Roland Richter. "Das Thema stößt auf öffentliches Interesse. Es besteht ein große Informationsbedürfnis. Es gibt grundsätzlich ein gutes Gefühl, dass wir dort etwas unternehmen." Die Bürger erwarteten aber auch, dass auf ihre Anliegen und die Örtlichkeit Rücksicht genommen werde.
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