11.05.2018 - 15:04 Uhr
Oberpfalz

Startschuss für Verkehrssicherheitsaktion "Houst a Hirn, lousd as Handy liegn" Hände weg vom Handy

Autofahrer greifen zu oft während der Fahrt zum Handy. In den ersten vier Monaten des Jahres ahndet die Weidener Verkehrspolizei bereits 150 Verstöße. Die Dunkelziffer liegt höher.

Start der Verkehrssicherheitsaktion "Houst a Hirn, lousd as Handy lieng" in Weiden mit den Kooperationspartnern der Verkehrspolizeiinspektion und Polizeiinspektion Weiden, der Verkehrswacht Weiden und dem Stadtjugendring. Schirmherren sind Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (achter und zehnter von links). Bild: Hladik
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Die Ablenkung am Steuer kann Unfälle provozieren und schnell tödlich enden. Für das Thema sensibilisieren will die Verkehrssicherheitsaktion "Houst a Hirn, lousd as Handy lieng", die nach Vorreiter Tirschenreuth und Neustadt/WN nun auch in Weiden ins Leben gerufen wurde.

Kooperationspartner sind die Verkehrspolizeiinspektion Weiden (VPI), die Polizeiinspektion Weiden (PI), der Stadtjugendring und die Verkehrswacht Weiden unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Polizeipräsident Gerold Mahlmeister.

Die Aktion gibt es bereits seit März 2017. Mit Weiden werde nun der Lückenschluss in der nördlichen Oberpfalz vollzogen, sagte PI-Leiter Polizeidirektor Klaus Müller bei der Vorstellung im Neuen Rathaus. Es sei wichtig, präventiv tätig zu werden.

2017 registrierte die Polizei 4653 Verstöße, nannte Polizeipräsident Mahlmeister aktuelle Zahlen für die Oberpfalz. Davon entfielen auf den Inspektionsbereich Weiden 349, auf Neustadt 227 und auf Tirschenreuth 211. "13 Mal am Tag gibt es einen Verstoß", so Mahlmeister.

Er sei selbst viel im Auto unterwegs und sehe noch immer viel zu viele Handys am Steuer. Die "Houst a Hirn"-Aktion halte er für sehr gelungen, weil sie die Menschen direkt anspreche. Das Innenministerium überlege bereits, das Projekt auf ganz Bayern auszuweiten. Der Polizeipräsident appellierte an die Vernunft jedes Autofahrers, das Handy stumm zu schalten und eine Freisprechanlage zu nutzen.

"Bei Unfällen können wir schwer nachweisen, ob das Telefonieren Ursache war", sagte Polizeihauptkommissar Johann Wurm, Verkehrssachbearbeiter bei der PI Weiden. Die Dunkelziffer sei mit Sicherheit viel höher. Leider zeige sich keine Besserung. "Bei Kontrollen haben wir im vergangenen Jahr 250 Fahrer mit dem Handy am Ohr erwischt." Umso wichtiger sei jetzt die "Houst a Hirn"-Aktion. Hierfür wurden Werbeartikel wie Roll-ups, sechs Meter lange Banner und 3000 Lenticularkarten (Kippbilder) angeschafft. Bei Veranstaltungen wie dem "Boxxenstopp" (10. Juni), dem Kinderbürgerfest (15. Juli) und dem Seifenkistenrennen (22. Juli) soll die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden. Mit Busunternehmer Wolfgang Wies würden zudem Gespräche bezüglich einer Buswerbung geführt

"Viele sind sich des Risikos nicht bewusst, dass sie abgelenkt im Blindflug unterwegs sind", sagte Wurm. "Wenn durch die Aktion nur ein Unfall verhindert werden kann, dann ist es das schon wert."

Das wird teuer

Wer beim Telefonieren mit dem Handy am Steuer erwischt wird, zahlt 100 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg. Wer andere gefährdet, zahlt 150 Euro und erhält einen Monat Fahrverbot. Bei Sachbeschädigung sind es 200 Euro und ein Fahrverbot. Erlaubt ist die Benutzung von Geräten, die fest eingebaut, in einer Halterung stecken, oder die per Sprachsteuerung bedient werden. Der Griff zum Mobiltelefon ist erlaubt, wenn der Motor aus ist. Das Abschalten durch die Start-Stopp-Automatik im Stau oder vor Ampeln genügt nicht. (shl)

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