12.10.2017 - 20:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Statt Gewinn macht Stadt mit Bürgerfest 50.000 Euro Miese In anderen Städten würden Witze über Weiden gerissen

Das große Ganze ist super. Mit dem Haushalt 2018 sind die Fraktionen und der OB hochzufrieden. Doch oft sind es die kleinen Dinge, die es immer wieder schaffen, die Stimmung zu vermiesen. Dazu gehört ausgerechnet etwas, das eigentlich für gute Laune sorgen soll: das Bürgerfest.

Das Bürgerfest ist in der Kritik. Um die Attraktivität zu steigern, soll 2018 das Musikangebot stärker auf den Publikumsgeschmack zugeschnitten sein. Anlässlich der Fußballl-WM ist Public Viewing vorgesehen. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Vor allem Roland Richter kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum die Stadt bei der Feier am jeweils letzten Juni-Wochenende so viel draufzahlen muss. "Wir waren mal bei 20 000 Euro, im nächsten Jahr sollen es sogar über 50 000 Euro sein", staunt der SPD-Fraktionschef bei den Haushaltsberatungen. Nur 30 000 Euro Einnahmen und über 80 000 Euro Ausgaben seien niemandem zu vermitteln. In der Nachbarschaft und in anderen Städten würden bereits Witze gerissen und heftig gelacht über Weiden und sein Bürgerfest. "Die amüsieren sich." Richter fordert ein intensives Nachdenken über die Zukunft. Dafür sprach sich auch CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch aus.

Beim Bürgerfest, so sieht es Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, gebe die Stadt jedem Verein die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Kaum Chancen, dass sich was ändert, sieht Kämmerin Cornelia Taubmann. Die Stadt könne keine Vorsteuer abziehen. Sabine Guhl (Kulturamt) erinnerte daran, dass man die Vereine wieder stärker beteiligen wolle. Damit würden aber weniger Gebühren anfallen. Personaldezernent Reiner Leibl verwies auf die Sitzung des Kulturbeirats am Donnerstag, 19. Oktober, um 14.30 Uhr. Darin geht es um Maßnahmen der Verwaltung, um die Attraktivität des Festes zu steigern.

So sind Veränderungen im Musikangebot vorgesehen, um den Publikumsgeschmack besser zu treffen. Eine große Rolle soll das Thema "Böhmen" spielen anlässlich des zehnjährigen Partnerschaftsjubiläums mit Marienbad. Die Einbeziehung der Seitengassen habe sich bewährt, heißt es im Vorlagebericht. Schließlich ist vor dem Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt über die Bühne gehenden Fußball-Weltmeisterschaft daran gedacht, Public Viewing zu ermöglichen.

Angemerkt von Volker Klitzing

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