Stromabrechnung: Umstellung auf Wunsch der Kunden sorgt weiter für Verwirrung
Grünes Minus fließt davon

"Forderung -165,06 Euro", heißt es auf einer Abrechnung der Stromnetz Weiden GmbH. "Bitte überweisen Sie den Gesamtbetrag unter Angabe Ihrer Vertragskontonummer auf das nebenstehende Konto." Der Weidener, der das Schreiben erhalten hat, wundert sich, warum er den Minusbetrag bezahlen soll.

Dann freut er sich kurz, dass die Sonne im vergangenen Jahr viel Energie lieferte und die Photovoltaikanlage auf dem Dach etwas mehr Strom produzierte, als mit den Abschlagszahlungen vorausbezahlt. Er vergleicht er die Zahlen auf dem Schreiben, rechnet nach, und erkennt, dass der Minusbetrag doch von seinem Konto auf das des Stromnetzbetreibers fließen muss.

Die Stromnetz Weiden weist auf die noch gemischte Zuständigkeit mit dem Bayernwerk hin. Dort ist Karl Krapf überrascht. Man habe die seit einem Jahr laufende Umstellungen nach vielen Kundenwünschen auch mit den zuständigen Behörden abgesprochen, sagt der Geschäftsführer der Stromnetz Weiden. In Personalunion ist er beim Bayernwerk Leiter des Bereichs Steuerung Kommunen und Kooperationen. Den Knoten für die Abrechnung löst er beim Umdrehen der Vorzeichen nicht bei den Beträgen sondern bei der Kette Lieferant-Kunde.

Eigentlich müsste der, der den Strom einspeist an den Netzbetreiber eine Rechnung stellen. Dies übernimmt das Bayernwerk mit seiner Abrechnung und dreht den Vorzeichen-Spieß dadurch um. Das heißt, wer bei den monatlichen Abschlägen zu viel bekommen hat, muss einen im grünen Feld mit einem Minus gekennzeichneten Betrag zahlen. Sind umgekehrt zu wenig Euros übers Jahr aufs Konto geflossen, gibt es eine mit Plus gekennzeichnete Nachzahlung in Rot.
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