26.01.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stromausfall in Weidens Innenstadt Demenzkranke büxen aus

Stromausfall in Weidens Stadtmitte. Auch das Klinikum war in der Nacht zum Mittwoch davon betroffen. Doch Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Egginger gibt Entwarnung: "Die Notstromaggregate sind sofort angelaufen. In der Versorgung der Patienten gab es keine Probleme. Das gilt auch für die Intensivstation."

Am Donnerstag standen die Schranken am Parkplatz des Klinikums noch auf freie Fahrt. Auslöser: ein Stromausfall in der Nacht zu Mittwoch.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Von einigen "kleineren Einsätzen" berichtet Stadtbrandrat Richard Schieder. In der Demenzstation eines Seniorenheims löste sich durch den Stromausfall - wie vorgesehen - die Türverriegelung. "Zwei oder drei Patienten sind dadurch ausgebüxt." Sie waren allerdings nur in anderen Stationen des Heims unterwegs. Die Wehrmänner halfen dabei, sie wieder zurückzuführen.

Nicht notwendig wurde der Einsatz der Feuerwehr dagegen bei einer Einrichtung für Wachkomapatienten in der Innenstadt. Schieder: "Da wurden wir vorsorglich alarmiert, falls der Strom längere Zeit ausgeblieben wäre." Doch die Akkulaufzeit der Beatmungsgeräte reichte aus, um die eine Stunde zu überbrücken. Mehrere Brandmelder in Betrieben lösten außerdem Fehlalarm aus.

Einige Folgeschäden gab es auch im Klinikum, räumt der Ärztliche Direktor ein. "Aber die waren marginal." Der ungewöhnlichste Vorgang: Die Telefonanlage funktionierte rund zwei Stunden lang nicht. Nachdem der Strom gegen 1 Uhr nachts ausblieb, sei das aber nicht weiter schlimm gewesen. "Die Kollegen haben sich per Handy kurzgeschlossen." Am Donnerstag war die zuständige Firma vor Ort auf Fehlersuche.

"Kleine Kollateralschäden"

Ansonsten habe es glücklicherweise nur die üblichen "kleinen Kollateralschäden" gegeben, meint Dr. Egginger. Der eine oder andere PC fiel aus. Die meisten waren nachts ohnehin nicht am Netz. Die Klimaanlage musste am nächsten Morgen um 6 Uhr vom Frühdienst neu gestartet werden. Die Schrankenanlage in der Tiefgarage funktionierte am Donnerstagvormittag wieder. Nur die Schrankenanlage am Parkplatz beim ehemaligen Augustiner-Seminar versagte noch ihren Dienst. "Das ist nicht außergewöhnlich", versichert Egginger. "Wir sind froh, dass alles so gut gelaufen ist."

Zwölf Trafostationen und damit rund 1000 Haushalte im Bereich Stadtmitte und angrenzenden Gebieten waren laut Maximilian Zängl von dem Stromausfall betroffen. Der dauerte exakt von 0.55 bis 1.52 Uhr, gibt der Pressesprecher der Bayernwerk AG an. Sie ist als Partner der Stadtwerke Weiden in der Stromnetz Weiden GmbH für das Leitungsnetz verantwortlich. Als Ursache nennt Zängl ein durchgeschmortes Kabel. "So ein Defekt kann zum Beispiel auftreten, wenn ein Kabel mal bei Bauarbeiten beschädigt wurde. Das kann Jahre später passieren."

In der Integrierten Leitstelle lief laut stellvertretendem Leiter Jürgen Meyer alles reibungslos. "Wir sind doppelt abgesichert." Die sogenannte Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sei sofort angesprungen. Sie kann 14 Stunden überbrücken. Danach steht noch ein Notstromaggregat bereit.

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