Suchdienst/Kreisauskunftsbüro des Roten Kreuzes
Knapp von Großeinsatz verschont

Nadine Ehmann, Petra Grünauer, Martina Günther, Brigitte Legath und Edeltraud Sperber (vorne, von links) freuen sich mit den Verantwortlichen des Roten Kreuzes über die Auszeichnungen. Bilder: hcz (2)

"Glücklich und stolz" ist Sandro Galitzdörfer. Der neue Kreisgeschäftsführer freut sich, dass der Rotkreuz-Kreisverband Weiden-Neustadt als einer der wenigen in Bayern noch über einen funktionierenden "Arbeitskreis Suchdienst" verfügt.

Die auch "Kreisauskunftsbüro" genannte Einheit übernimmt das sogenannte "Auskunftswesen" bei Katastrophen und großen Schadenslagen. Und das hat Tradition. Als das Rote Kreuz 1967 in Weiden einen "Arbeitskreis Suchdienst" einrichtet, ahnt niemand die Herausforderungen der heutigen Zeit. Aus der Suche nach Kriegsvermissten wird die Vorbereitung auf Registrierung Betroffener im Fall einer Katastrophe, eines Großschadensereignisses oder eines Konflikts. Nur wenige Male war der "Arbeitskreis Suchdienst/Kreisauskunftsbüro" bisher gefordert: bei der Aufnahme der DDR-Übersiedler 1989, später der Familien aus Bosnien und beim großen Ansturm von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten im Jahr 2015. Eingesetzt waren die Hilfskräfte sodann bei den Hochwasserkatastrophen im Juni 2016 in Simbach am Inn.

Nach dem "etwas ruhigeren Jahr 2017" wäre es jetzt beinahe wieder soweit gewesen, berichtete Leiterin Edeltraud Sperber bei der Jahreshauptversammlung im Rotkreuzhaus. Die große Anzahl alter und hilfsbedürftiger Menschen beim Seniorenheim-Brand in Neustadt/WN hätte beinahe die Alarmierung der Registrierungskräfte erfordert. Glücklicherweise konnten die BRK-Einsatzkräfte den Einsatz alleine meistern. "Hier sieht man wieder einmal, wie schnell es gehen kann und dass wir immer vorbereitet sein müssen", sagte Galitzdörfer dazu.

Arbeitskreis-Leiterin Sperber berichtete, dass man zurzeit auf 23 aktive Helfer zählen könne. Zu den 21 Frauen und zwei Männern sei mit Tanja Gorisch eine Anwärterin gekommen. Nadine Ehmann, Petra Grünauer, Jacqueline Schraml und Barbara Steinruck hätten erfolgreich die langwierige und schwere Fachdienstausbildung "Auskunftswesen bei Konflikten und Katastrophen" absolviert. Zusammen mit Galitzdörfer und stellvertretendem Bereitschaftsleiter Oliver Hellmich zeichnete Sperber Petra Grünauer mit der silbernen Ehrennadel des Roten Kreuzes für 25-jährige Dienstzeit aus. Für 50 Dienstjahre wurden Hildegard Dendorfer und Berta Faltenbacher geehrt.

Mit den Auszeichnungsspangen der Bereitschaften wurden Martina Günther für 20 Jahre und Brigitte Legat für 15 Jahre geehrt. Edeltraud Sperber selbst, die seit fast 20 Jahren in der Leitung des Arbeitskreises wirkt, wurde mit dem Ehrenzeichen der BRK-Bereitschaften in Bronze für besondere Verdienste überrascht.

Kreisgeschäftsführer Franz Rath, der demnächst in Rente geht, aber sicherlich als Ehrenamtlicher dem BRK treu bleibt, stellte fest: "Arbeit im Roten Kreuz macht Freude". Er gratulierte den Geehrten und erinnerte an viele gemeinsame Einsätze, in denen nicht nur mentale, sondern auch körperliche Fitness gefordert war. Galitzdörfer lud zum Fachdienstlager ein, das vom 6. bis 8. Juli in Neustadt stattfinden wird.
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