20.02.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Tag der Ausbildung bei der Weidener Justiz Alles, was Recht ist

Julia Fechter ist Anwärterin zur Justizsekretärin und bildhübsch. Letzteres ist zwar keine Einstellungsvoraussetzung, aber es trägt ihr demnächst die Titelrolle auf den Flyern des Innenministeriums über den Beruf Justizfachwirt ein. Wobei es mit Schönheit allein keinesfalls getan war. Die 23-Jährige musste auch ein Interview bestehen, und sie musste sich bereits qualifiziert haben für die Ausbildung zur Justizsekretärin. Der Startschuss dazu fiel für sie im September 2016.

Julia Fechters Porträt wird die neuen Flyer für den Justizfachwirt zieren, berichtet Pressesprecher Markus Fillinger (rechts). Welche Ausbildungsberufe die Justiz noch bietet, darüber informieren Thomas Waldenmayer (links) und seine Kollegen am Tag der Ausbildung. Bild: Schönberger
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Seitdem ist sie abwechselnd am Amtsgericht in Weiden oder - zur theoretischen Ausbildung - an der Justizakademie in Pegnitz. Die Entscheidung für diese Ausbildung fiel bei der jungen Frau nicht gleich nach dem Abschluss der Realschule. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung als Rechtsanwalts-Fachangestellte. Doch dann wollte sie mehr. Bei der Justiz fühlt sie sich da gut aufgehoben. "Hier gibt es viele Aufstiegs- und Weiterbildungschancen."

"Und viele Ausbildungsmöglichkeiten", betont Thomas Waldenmayer. Der Rechtspfleger am Amtsgericht Weiden ist zugleich für die Nachwuchsgewinnung zuständig. Die will er während der Woche der Ausbildung am Donnerstag, 1. März, mit einem Informationstag am Amtsgericht Weiden angehen. "Von 16 bis 18 Uhr stehen zahlreiche Kollegen als Ansprechpartner bereit." Die Interessenten können Justizwachtmeister, -fachwirte, Rechtspfleger, Richter, Staatsanwälte, Beamte im mittleren Vollzugsdienst oder Bewährungshelfer mit ihren Fragen löchern. Schon diese Aufzählung belegt, wie breitgefächert das Ausbildungsspektrum ist.

Es gibt auch zahlreiche Interessenten, weiß Waldenmayer, aber: "Nicht jeder Bewerber ist auch geeignet. Die Anforderungen sind sehr hoch. Außerdem wissen viele nicht, dass wir relativ lange Vorlaufzeiten haben." Wer zum Beispiel zum 1. September 2019 die Laufbahn im mittleren Dienst - heute heißt das Qualifizierungsebene 2 - beginnen möchte, muss sich jetzt bewerben.

Einmal pro Jahr hält der Landespersonalausschuss die bayernweiten Einstellungstests ab. Egal, für welche Behörde sich die Bewerber interessieren. "Einen Vorteil hat die Bewerbung bei der Justiz", sagte Pressesprecher Markus Fillinger. "Wer zur Polizei oder in die Finanzverwaltung will, hat große Chancen, dass seine Laufbahn in München startet. Wer seine Ausbildung beim Oberlandesgericht Nürnberg anfängt, hat dagegen gute Chancen, dass er in Mittelfranken oder der Oberpfalz bleibt. Nur ein kleiner Teil von Niederbayern gehört noch dazu."

Das war für Julia Fechter zwar nicht ausschlaggebend. Sie empfindet es aber durchaus als angenehm, dass ihr Ausbildungsort nicht zu weitab von ihrer Heimat liegt. Eine gewisse "Liebe zur Justiz und zu Gesetzen" sollten künftige Bewerber unbedingt mitbringen, rät die 23-Jährige. "Und auch gutes Allgemeinwissen." Ihr Tipp: "Es gibt Bücher zur Vorbereitung auf die Einstellungsprüfung."

"Die Justiz bietet übrigens nicht nur Berufe für Schreibtischtäter, sondern in Amberg auch eine zentrale Ausbildungsstelle für EDV-Berufe", betont Fillinger. Die Information darüber findet am Samstag, 3. März, in Amberg statt. Am gleichen Tag steigt die Ausbildungsmesse in Pressath, bei der auch Julia Fechtner allen jungen Interessenten gerne Fragen beantwortet. Bis dahin müssten die frisch gedruckten Flyer bereits vorliegen. Waldenmayer: "Wir freuen uns natürlich, dass eine Kollegin von uns das Gesicht der Justiz darstellen darf."

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Weitere Informationen:

www.woche-der-ausbildung-bayern.

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