Teilerfolg vor dem Sozialgericht
Weidenerin klagt Krankengeld ein

(Foto: dpa)

Wer kann schon beweisen, dass er seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in den Briefkasten der Krankenkasse eingeworfen hat? Wer lässt sich die Abgabe beim Sachbearbeiter quittieren? Nun, jeder der diesen Prozess verfolgt hat, wird das künftig tun.

Weiden/Regensburg. (rns) Denn genau dazu riet die Vorsitzende Richterin der 8. Kammer des Sozialgerichts Regensburg einer Weidenerin. Zur Vorgeschichte: Der Max-Reger-Städterin flatterte vor knapp einem Jahr ein Schreiben ihrer Krankenkasse ins Haus, wonach sie für einen Zeitraum von elf Tagen kein Krankengeld bekommen werde.

Grund: Die entsprechende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fehle. Die 57-Jährige war wegen chronischer Beschwerden einige Zeit krankgeschrieben gewesen und hatte schon Krankengeld als Ersatz für ihr Arbeitseinkommen bezogen. Nachdem sie sich einer Operation unterzogen hatte, bekam sie für 14 Tage eine weitere Krankschreibung durch einen Facharzt und gab diese persönlich bei der Krankenkasse ab.

Widerspruch erfolglos

Daran anschließend folgten noch zwei Wochen Krankschreibung durch ihren Hausarzt. Als das Krankengeld für die Zeit nach der Operation aber ausblieb, wandte sich die Frau an ihre Kasse und bekam das automatisierte Antwortschreiben, dass ihre Arbeitsunfähigkeit nicht lückenlos nachgewiesen sei und sie deshalb für den besagten Zeitraum kein Geld bekommen werde.

Auch ein Widerspruch blieb erfolglos, bei dem die Weidenerin eine Kopie der betreffenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beilegte. Welche Mitarbeiterin die Bescheinigung ursprünglich entgegengenommen hatte, konnte die Frau nicht mehr sagen, nachdem schon einige Zeit vergangen war.

Aufgeben wollte sie trotzdem nicht: Die Arbeiterin klagte zum Sozialgericht Regensburg. Es kam zur Verhandlung vor der 8. Kammer. Dort machte der Vertreter der Krankenkasse deutlich, dass man gesetzlich verpflichtet sei, sich an die Vorschriften zu halten. Und diese besagten eben, dass bei Nicht-Vorliegen oder auch bei nicht rechtzeitiger Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht bezahlt werde. Beweispflichtig sei der Versicherte.

Vergleich geschlossen

Die Vorsitzende Richterin glaubte der Klägerin zwar, dass sie die Bescheinigung abgegeben hatte, bestätigte aber die Gesetzeslage. Auch den Einwand der Klägerin, dass sich doch niemand die Abgabe eines Zettels bei der Krankenversicherung schriftlich bestätigen lasse, wollte die Richterin nicht gelten lassen. "Wer einmal hier vor mir gestanden ist und um sein Krankengeld kämpfen musste, wird das machen", entgegnete die Juristin.

Zur Güte machte die Richterin einen Vergleichsvorschlag, dem der Vertreter der Versicherung schließlich zustimmte: Die Kasse zahlt wenigstens für acht Tage das Geld nach.
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S Peter aus Vohenstrauß | 17.05.2017 | 23:25  
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