Toni Lauerer begeistert mit Weihnachtsbühnenprogramm
Vollendetes Weihnachts-Chaos

Weihnachten ist nicht immer eine besinnliche Zeit - besonders nicht bei Toni Lauerer. Bild: uz

Ob eine "Hänsel und Gretel"-Adaption mit Zeckenschutz-Faktor, Asterix als Christkindl-Ersatz oder Hund Lohengrin, der in der Silvesternacht einem "Atom-Flash" hinterher hechelt bis ihm das Trommelfell platzt - die Jahreswende lässt bei den Lauerers in Furth im Wald schon immer das Schlimmste befürchten.

In seinem Jahresrückblick "Wieder g'schafft" bringt Lauerer das sinnliche Weihnachts-Spektakel, wie es sich bei ihm daheim darstellt, auf den Punkt. Hinter Tannenzapfen, Haselnüssen, Äpfeln und einem Räucher-Nikolaus, der auf einer mit Goldsternchen besetzten Tischdecke drapiert ist, verbirgt sich oft ein Chaos großen Ausmaßes, wie der gelernte Standesbeamte im Vereinshaus erzählt.

Lauerers kesse Kalauer

Für das Publikum gilt: Entweder man bedauert den permanenten Grantler aus dem Bayerischen Wald, oder man verbündet sich mit ihm. Sei's wie's will: Lauerer ist Garant für kesse Kalauer und nicht enden wollende Fettnäpfchen, in die er dauernd tritt. Auf der Weidener Bühne verkörpert er die typische deutsche Familie: Mama, Papa, Bua, zwei Hund und drei Autos. Er bäfft gegen den Niklaus, weil der seinem Sohn gegenüber zu nachgiebig ist und kauft sich einen wunderschönen Bio-Christbaum für 4,70 Euro als Direkt-Import aus Tschernobyl.

Wenn Toni Lauerer den Müllmännern - ergänzend zu den 20 Euro, die ihnen die Ehefrau zusteckt - noch eine Weihnachtskarte schreibt, wird er zum poetischen Patrioten: "Viel Glück auf eurer Entsorgungstour. Gott schütze unsere Müllabfuhr."

Lauerer versetzt sich zurück in seine eigene Kindheit, in der er einen Aufsatz über die zwölf Monate eines Jahres schreibt. Beispiel August: "Da wird es heiß und alle Leute werden braun, andere rosa wie ein kleines Schwein." Weil er die Heilige Familie nicht in der Kälte stehen lassen will, stellt er die Krippenfiguren kurzerhand auf den Ofen. Josef zerplatzt, Jesus ist kohlschwarz. Nur Maria überlebt die Wärme unbeschadet. Null Problem: Josef wird gegen eine Donald Duck-Figur ausgetauscht. Und weil einer von den Heiligen drei Königen zertreten wurde, steht dort ein Batman mit Pistole. Bewundernswert wie Lauerer die Adventszeit abgreift. Vom Christbaumkauf bis zum Silvesterkater. Vor allem seine Adventsgeschichte sei im Internet am häufigsten angewählt worden, erklärt Lauerer stolz. In der Pause gibt er Autogramme und signiert seine Bücher, von denen er sage und schreibe 600 000 Stück verkauft hat.

Begabter Beobachter

Mit seinem Weihnachtsbühnenprogramm kehrt er quasi zu seinen Wurzeln zurück. Die meisten Geschichten sind bekannt, weil man sie auf vielen Weihnachtsfeiern schon mal vorgelesen bekommen hat. Sie live vom Meister höchstpersönlich zu hören, hat natürlich schon eine ganz andere Qualität. Lauerer ist ein wahnsinnig begabter Beobachter. Er schaut den Leuten "aufs Maul". Auch, wenn er vermutlich keine seiner Geschichten - wie einst Karl May - wirklich erlebt hat, wirken sie doch authentisch und einleuchtend. Die Art und Weise, wie er sie erzählt, ist großartig. Die Fans lieben ihn dafür und brauchen am Ende nicht einmal nach Zugaben zu rufen - das besorgt Lauerer schon selbst.
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