09.10.2017 - 11:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trümmerprüfung für Rettungshunde Wettlauf mit der Zeit

Bei Katastrophen wie Erdbeben, Gasexplosionen oder Gebäude-Einstürzen werden häufig Menschen verschüttet. Schweres Räumgerät wie Bagger und Raupen kann erst eingesetzt werden, wenn man weiß, wo jemand unter den Trümmern liegt. Dabei helfen feine Hundenasen.

Melanie Dirscherl (Dritte von links) leitet die Rettungshundestaffel für die Region. Sie organisiert auch die Prüfung für Teams aus ganz Bayern. Bild: hcz
von Autor hczProfil

Zu groß ist die Gefahr, Opfer noch zusätzlich zu verletzen oder gar zu töten. Die Suche nach Verschütteten ist ein Wettlauf mit der Zeit. "Der Mensch hat dazu nur seine Augen und die helfen in solchen Situationen wenig", sagt Melanie Dirscherl, die Leiterin der Rettungshunde-Staffel der BRK-Bereitschaft Weiden. "Der Hund hat das notwendige Ortungsgerät - seine Nase." Gut ausgebildete Suchhunde ließen sich weder durch Umgebungsgeräusche, Witterung oder Wärme, noch durch andere Einsatzkräfte von ihrer Aufgabe ablenken. Dazu bedarf es intensiven Trainings. Und strenger Prüfungen. Eine solche "Trümmerprüfung" fand am Samstag in Weiden statt.

Sieben Hunde-Mensch-Teams aus Neumarkt, Fürth, Neustadt/Aisch, Bad Kissingen, Rosenheim und Würzburg stellten sich der Bewertung durch die Prüfer Siggi Höfer (Kitzingen) und Frank Singer (München). Auf dem Übungsplatz der "Hundefreunde" im Weidingweg hatten die vierbeinigen Prüflinge die "übliche" Hundedisziplin zu beweisen: "Fuß, "Sitz", "Platz", "Steh" oder das Tragen mit Maulkorb. Auch das sichere Gehen über eine bewegliche Brücke, durch einen engen Tunnel oder über eine Leiter musste bewiesen werden.

Die Hundeführer mussten sich einer theoretischen Prüfung unterziehen. Sie müssen übrigens alle eine umfangreiche Sanitätsausbildung absolviert haben. Der praxisnahe Teil der Prüfung fand auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Bergler in Troschelhammer statt. Dort waren unter Schutt und Unrat "Verletzte" versteckt. Diese mussten die angehenden Rettungshunde erschnuppern. Wichtig: Sie durften sich dabei nicht von getragener Kleidung oder Essensresten, die ebenfalls im Trümmerfeld herumlagen, irritieren lassen. Nur das Finden lebender Personen durfte vom Hund durch Scharren und Bellen angezeigt werden. Ansonsten: Punktabzug. Leider bestanden nicht alle Teams die schwere Prüfung. Sie dürfen es im kommenden Jahr wieder versuchen.

Die Rettungshundestaffel der BRK-Bereitschaft Weiden verfügt derzeit über sechs geprüfte Flächensuchhunde-Teams und einen "Mantrailer". Sie kann über die Integrierte Leitstelle (112) oder die Polizei angefordert werden. Gut 20 "echte" Einsätze hatte die Staffel unter Leitung von Melanie Dirscherl letztes Jahr.

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