28.08.2017 - 11:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tumult vor Asylbewerberunterkunft Einer trinkt, 50 streiten

Die Polizei rückt mit größerem Aufgebot an: Vor einer Asylbewerberunterkunft schlagen die Wogen hoch. Auslöser ist ein Streit wegen eines alkoholisierten Bewohners.

Symbolbild: Friso Gentsch/dpa
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Weiden. Die Meldung ging am Samstag kurz vor Mitternacht bei der Integrierten Leitstelle ein: In einer Asylbewerberunterkunft sei ein Mann stark alkoholisiert und hilflos. Ein Sanka rückte aus, auch die Polizei wurde verständigt. Bei dem Mann handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 18-Jährigen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte lag er in einem Zimmer der Unterkunft auf dem Boden. Während der Versorgung kam der junge Mann wieder zu sich. Er verweigerte die weitere Behandlung und brüllte laut umher. Den Sanitätern gelang es zwar, ihn zu beruhigen und vor das Gebäude zum Rettungswagen zu bringen. Dort allerdings hätten sich "seine starken Stimmungsschwankungen fortgesetzt", heißt es im Polizeibericht. Daher nahmen die Gesetzeshüter den Betrunkenen in Gewahrsam und ordneten den Transport ins Klinikum an.

Der Vorfall blieb alles andere als unbemerkt. Vor dem Gebäude hatte sich laut Bericht inzwischen eine Gruppe von etwa 50 Bewohnern versammelt. "Plötzlich kam es innerhalb dieser Ansammlung zu einer körperlichen Auseinandersetzung von etwa zehn bis dato unbeteiligten Personen", berichtet die Polizei weiter. "Hintergrund war offensichtlich ein Streit, ob die polizeiliche Gewahrsamnahme an ihrem Landsmann akzeptiert werden solle." Andere Bewohner hätten geschlichtet. Ihnen gelang es, die aufgebrachten Bekannten zu beruhigen.

Die Polizei beorderte weitere Streifen und zusätzlich einen Polizeihund zur Unterkunft. Die Lage habe sich daraufhin zunehmend entspannt. Die Bewohner gingen in ihre Unterkünfte. Ob Personen während des Streits beleidigt oder sogar verletzt wurden, ist nicht bekannt. Sämtliche Anwesenden hätten keinerlei Ansprüche geltend gemacht, teilen die Gesetzeshüter mit. Polizei- und Rettungskräfte seien jedenfalls nicht attackiert worden.

Der 18-Jährige gelangte zur weiteren Untersuchung unter Polizeibegleitung ins Weidener Klinikum. Dort ließ er sich zu Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber den Beamten hinreißen. Nach der Behandlung musste der junge Mann in einer Arrestzelle der Polizeiinspektion übernachten. Wegen seiner Verbalangriffe muss er jetzt mit Anzeigen rechnen.

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