Turnerbund kann 33393 Quadratmeter Sportflächen für Wohnbebauung verkaufen
Stadt Weiden beendet Streit

Aus dem Verkaufspreis von 1,585 Millionen Euro (für die 33 393 Quadratmeter aus den Sportflächen) sind bis zu 100 000 Euro für die Neuanlage von Beachvolleyballfelder reserviert, verspricht Bernhard Schlicht, Vorsitzender des Turnerbundes. Bild: Wieder

Die Hürden sind genommen. Der Turnerbund schickt sich an, Fußball- und die Beachvolleyballfelder zu verkaufen. Die 33 393 Quadratmeter will die R+K Immobiliengesellschaft erwerben und mit Wohnungen bebauen. Mit einem zweiten "Rückwärtssalto", so der TB-Vorsitzende, beendet die Stadt einen langen Streit.

In der friedvollen Atmosphäre der Weihnachtssitzung stimmten die Stadträte dafür, dass der TB das Dünge- und Bauverbot, das seit dem Jahr 1912 auf dem Grundstück liegt, ablösen darf.

Diese Löschung hatten die Stadträte schon im Sommer erlaubt, dann aber im Herbst völlig überraschend die Genehmigung zurückgenommen, weshalb TB-Vorsitzender Bernhard Schlicht auch vom zweimaligen Rückwärtssalto der Stadt spricht. Der Verein zahlt nach seinem eigenen Vorschlag 9400 Euro für die Löschung dieses alten Rechts, das aus der Zeit stammt, als die Stadt ihr Wasser aus diesem Areal zog.

Der Turnerbund baute aber auch Druck auf: Der Turnrat hatte Schlicht das Mandat erteilt, eine Löschungsklage einzureichen. Seit einer Woche liegt nun die Löschungsbewilligung von der Stadt Weiden vor.

Schon Mitte Dezember stimmte der Turnrat dem Flächenverkauf zu. Am Montag, 9. Januar, bittet Schlicht die Mitglieder bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Schützenhaus ebenfalls um ihr Votum. Läuft alles planmäßig, steht für den 13. Januar der Notartermin an. Dort wird der fünfte Entwurf des Kaufvertrages (inzwischen 34 Seiten, dazu 7 Anlagen) unterzeichnet.

Die Kaufsumme liegt bei 1,585 Millionen Euro, was einen Quadratmeter-Preis von etwa 48 Euro bedeutet. In ihrer "Sturm- und Drangperiode", in der die Stadt ihr dinglich gesichertes Vorkaufsrecht durchsetzen wollte, hatte sie gerade mal 25 Euro pro Quadratmeter geboten. "Jetzt könnte sie für 48 Euro selbst in den Kaufvertrag einsteigen. Sie hat zwei Monate Zeit, sich über ihr Vorgehen klar zu werden. Für uns ist es so oder so eine glückliche Lösung."

Er begrüße es sehr, so Schlicht, dass Stadt und R+K miteinander eine alternative Lösung verhandeln. Die Stadt, die das Kommunale Wohnbauprogramm nützen wolle, könne ein Teilgrundstück erhalten. Auch eine finanzielle Anrechnung beim Erwerb von etwa einem Fünftel der entstehenden Wohnungen sei denkbar. "Die Stadt ist nun endlich auf einem vernünftigen Weg."

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