03.09.2017 - 21:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Überfall auf Juwelier in Weiden [Aktualisierung] Vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Nach dem Überfall auf einen Weidener Juwelier hat die Polizei fünf Männer festgenommen. Vier von ihnen sitzen inzwischen in Untersuchungshaft - ein 23-Jähriger wurde wieder freigelassen. Es handelt sich um litauische Staatsangehörige im Alter von 16 bis 49 Jahren.

Unbekannte überfielen am Samstagmittag einen Juwelier in Weiden.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

(ps/uz/dko) Am Samstag gegen 12 Uhr betraten vier Männer das Juweliergeschäft in der Weidener Ringstraße. Im Geschäft befand sich nach Angaben der Polizei das Inhaber-Ehepaar, dem die Täter Pfefferspray ins Gesicht sprühten. "Sie haben auch in einer fremden Sprache etwas gesagt, was die Inhaber aber nicht verstanden haben", berichtet Kriminalhauptkommissar Peter Merold vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Das Ehepaar rief laut um Hilfe. Die Täter flüchteten daraufhin zu Fuß in Richtung Bahnhof. Das Ehepaar kam leicht verletzt ins Krankenhaus, konnte aber nach ambulanter Behandlung bald wieder entlassen werden.

Schneller Erfolg

Die Kriminalpolizei Weiden leitete eine umfangreiche Fahndung ein. Den Beamten gelang es bereits wenig später, im Stadtgebiet zwei verdächtige Personen festzunehmen. Drei weitere Männer nahmen Kräfte der Polizeiinspektion Fahndung Selb und des Hauptzollamts Hof in verschiedenen Zügen von Marktredwitz nach Tschechien fest. Bei den fünf Männern handelt es sich laut Merold um litauische Staatsangehörige im Alter von 16 bis 49 Jahren. Weitere Angestellte oder Kunden befanden sich zur Tatzeit nicht im Geschäft.

Richter verhängt U-Haft

Die Weidener Kripo gehe davon aus, dass der Coup von der Gruppe gemeinsam geplant und durchgeführt worden sei, betont Merold. Noch am Sonntagnachmittag wurden die fünf Männer am Amtsgericht Weiden vorgeführt, um die Haftfrage zu klären.

Der Vorwurf lautet auf schwere Erpressung. Gegen 17 Uhr verhängte der Ermittlungsrichter Untersuchungshaft gegen den ersten der fünf Tatverdächtigen. Drei weitere folgten. "Ein 23-Jähriger wurde wieder freigelassen. Er hat zwar eingeräumt, zu der Gruppe zu gehören, allerdings konnte ihm keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden", informierte der Beamte.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die Täter die Flucht ergriffen, ohne Beute zu machen. Als die Polizei den 49-Jährigen festnahm, trug er eine Handgranate bei sich. Die Beamten forderten eine Technische Sondergruppe aus München an. "Diese stellte fest, dass es sich dabei nur um eine Attrappe handelte."

Die Ermittlungen der Weidener Kripo dauern an. Deshalb bittet die Polizei weiterhin um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 110 beziehungsweise 0961/4010.

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