Umweltministerin Ulrike Scharf zeichnet Schulen mit Siegel "Umweltschule in Europa" aus
Von Bonsai bis Bienenhotel

Umweltministerin Ulrike Scharf (hinten, Vierte von links) zeichnete die Hans-Scholl-Schule für ihren Einsatz und ihre kreativen Ideen aus - wie etwa für die mit dem Bonsai-Garten. Bild: Schönberger

Tennisball-Lampen, Weihnachtsbeleuchtung für Hundehütten, Bienenhotels: Der Kreativität sind in Sachen Recycling und Umweltschutz keine Grenzen gesetzt. Für ihr Engagement zeichnet Umweltministerin Ulrike Scharf nun Schulen mit dem Siegel "Umweltschule in Europa" aus.

Die Natur betrifft jeden. Doch nicht immer gehen Menschen mit ihr so um, wie sie es sollten. Dagegen setzen 59 Schulen aus der Oberpfalz mit Projekten ein Zeichen. "Ein Einsatz, der gewürdigt werden muss", betont Umweltministerin Ulrike Scharf am Mittwoch bei der Verleihung des Siegels "Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21 - Schule" . Auch die Hans-Scholl-Realschule in Weiden, in der die Auszeichnungen verliehen wurden, zählt zu den Gewinnern - zum achten Mal in Folge.

Die Schüler überzeugten die Jury mit zwei Projekten: Mit einem Bonsai-Garten und selbstgebaute Geräte aus recycelten Materialien. "Uns geht es um nachhaltige Entwicklung. An unserem japanischen Garten arbeiten wir seit zehn Jahren", erklärte Studienrat und Projektleiter Frank Jesse. Zehn Schüler der Wahlfachgruppe beschäftigen sich zum Teil vier Jahre mit einer Pflanze, die ihnen von Anfang an zugeteilt wird.

Pflege auch in den Ferien

Eine Aufgabe, die nicht immer leicht ist. "Es sind Lebewesen, und die müssen täglich gepflegt werden - auch in den Ferien und am Wochenende." Ein Aufwand, der sich lohnt. Denn nur, wer eine emotionale Bindung zur Natur herstellt, kann sie auch verstehen, ist Jesse überzeugt. "In Zukunft werden unsere Schüler der Kern der Gesellschaft sein, der was tut und sich um unsere Umwelt kümmert. Das ist vor allem in unserer schnelllebigen Zeit wichtig."

Nachhaltigkeit steht auch im Mittelpunkt des Projektes von Studienrat Raimund Betz und seinen 22 Schülern. Egal ob alte Tennisbälle, Elektroartikel oder Folien - vieles kann wiederverwertet werden. "Die Jugendlichen bringen die Materialien und die Ideen mit. Gemeinsam erarbeiten wir die technische Umsetzung." So entstehen beispielsweise Lampen aus alten Tennisbällen oder eine Solar-Weihnachtsbeleuchtung für Hundehütten. "Wir wollen mit unseren Projekten zeigen, dass Müll nicht gleich Müll ist. Und wir werden unsere Ideen weiterentwickeln", betonte Schulleiter Michael Meier.

Weltweit beteiligen sich 43 000 Schulen aus 48 Staaten an der Aktion Umweltschule. 320 kommen aus Bayern. "Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz im Schulalltag. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg bei diesem wichtigen Thema sind", sagte Ulrike Scharf. Auch in Zukunft sei es eines der bedeutendsten Ziele, die Bildung für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben und den "Wert unserer Naturheimat" zu erkennen. Besonders stolz sei die deshalb, die Auszeichnung an Schulen mit großem Engagement zu vergeben.

Rund um die Mülltrennung

"Umweltschule in Europa" dürfen sich künftig auch die Mittelschule und das Gymnasium Neustadt/WN sowie die Volksschule Eslarn nennen. Während die Mittelschule die Teerdecke im Pausenhof aufgebrochen und in eine Wiese verwandelt hat, übernahmen die Schüler des Gymnasiums eine Waldpatenschaft.

Die Volksschule bewarb sich zum ersten Mal. Grund war ein Problem, das sie schon lange plagte: "Wir kannten uns nie aus, was in welchen Eimer kommt." Kurzerhand entwickelten sie ein Mülltrennungskonzept und errichteten einen Schnellkomposter im Pausenhof.
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