Unterm Strich 444 Neubürger binnen eines Jahres
Schnapszahl beglückt Weiden

Bild: Michael Ascherl

Diese Schnapszahl wäre eigentlich dazu angetan, im Rathaus die Sektgläser klirren zu lassen: 444. Um so viele Bürger legte die Stadt nach Angaben von Sprecher Norbert Schmieglitz binnen eines Jahres zu. Und damit überquerte sie locker die 45 000-Einwohner-Grenze.

Zum 1. Januar 2017 waren exakt 45 197 Einwohner gemeldet, die ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Max-Reger-Stadt hatten. Ein Jahr zuvor waren es 44 753. Schmieglitz bilanziert 369 Geburten und 523 Sterbefälle im Jahr 2016. Somit "ist es der Zuwanderung zu verdanken, dass die Einwohnerzahl nicht schrumpft".

Eine Schlüsselrolle dürften dabei die in Weiden gemeldeten Flüchtlinge spielen. Aber nicht nur sie allein. Alois Kopp, Chefstatistiker der Stadt Weiden, verweist auf die Zuzüge aus dem Umland. Die einen suchten die Nähe zu ihrem Arbeitsplatz in Weiden, die anderen, meist älteren, ziehe zum Beispiel die gute ärztliche Versorgung in die Stadt.

Sehr gelassen reagiert er als Statistiker darauf, dass die früheren Prognosen, die eine deutliche Abwanderung vorhersagten, sich als falsch erweisen. "Sie waren nicht falsch. Das Datenmaterial war entscheidend. Aber mit Wiedervereinigung oder auch mit der Flüchtlingswelle, die spürbar Auswirkungen auf die Statistik haben, konnte vorneweg niemand rechnen."

Durchaus erklärbar ist für Kopp die deutliche Differenz bei den offiziellen Bevölkerungszahlen. Laut Zensus (aus dem Jahr 2013, aber für den 31. 12. 2015 hochgerechnet) zählte Weiden 42 055 Bürger. Aber laut Melderegister hatte die Stadt (ebenfalls zum 31. 12. 2015) stattliche 44 753 Einwohner. Der Unterschied ist darin begründet, dass im Zensus die Nebenwohnsitze (zum 31. 12. 2016 sind es in der Stadt 1866) nicht, im Melderegister jedoch sehr wohl Berücksichtigung finden. "Unschärfen in der Statistik" der Stadt entstünden durch das Verhalten der Bürger. "Da mag wohl so mancher weggezogen sein, ohne uns dies mitzuteilen."

In der neuesten Bevölkerungsvorausberechnung vom Dezember 2016 sieht das Landesamt für Statistik keine großen Abweichungen zur aktuellen Situation. "Dies gilt jedoch nicht für die Bevölkerungsstruktur", stellt Stadtsprecher Schmieglitz fest: "Das Durchschnittsalter nimmt zu." Im Jahr 2035 seien mehr als ein Drittel der Weidener älter als 60 Jahre.

Sicheres Datenmaterial über die Bevölkerungszahl gibt es übrigens erst wieder im Jahr 2021. Dann steht der nächste Zensus an, der alle zehn Jahre fällig ist. "Wir treffen bereits Vorbereitungen", bestätigt Kopp.

Die Korken dürften auch in Amberg knallen. Zur Jahreswende zählt die Stadt 45 275 Bürger. Amberg ist damit - erstmals seit 2013 - wieder bevölkerungsstärker als Weiden.
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