Urteil: 23-Jähriger muss in psychiatrische Klinik
Gefährlich für die Allgemeinheit

Symbolbild: dpa

Weil er von August 2015 bis April 2016 mehrmals übel ausgerastet ist, wird ein 23-Jähriger dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das verfügte die 1. große Strafkammer nach einer langen Verhandlung am Montag.

Sieben solcher Ausfälle listete Staatsanwältin Carina Spörl auf. Sie stehen alle im Zusammenhang mit intensivem Rauschgiftgenuss. "Vor den Drogen war er ein völlig normales Kind", sagte sein Vater (52) im Zeugenstand, der viel mitgemacht hatte. Als er seinen Sohn einmal mit dem Auto abgeholt hatte, schlug ihn dieser ohne Vorwarnung mit voller Kraft gegen die Schläfe. Ein anderes Mal - mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn - drehte der 23-Jährige derart durch, dass er gegen die Windschutzscheibe schlug, bis sie zerbarst. Im April, als zwei Frauen ihn auf sein Bitten von Amberg nach Weiden mitgenommen hatten, lotste er diese Richtung Tschechien. Als diese protestierten, schlug er die Fahrerin von hinten, dass sie sich übergeben musste. Dann drohte er, sie und ihr Kind umzubringen. Daraufhin setzten die Frauen den Mann doch nahe der Grenze ab.

Weitere Vorkommnisse, die Staatsanwältin Spörl auflistete: Diebstahl eines Kastens Bier in einer Tankstelle, Einfuhr von sechs Gramm Crystal und Angriff auf einen Zugbegleiter, der daraufhin einige Tage dienstunfähig war. Schließlich, am 15. April, als er von der Polizei in die geschlossene Abteilung des Klinikums Wöllershof gebracht worden war, griff er noch eine Ärztin an. Er drohte, sie zu vergewaltigen. Von Polizisten und Pflegern musste er fixiert werden. Nachdem all diese Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen worden waren, musste das Gericht klären, ob der Weidener eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Dr. Rebekka Fleischmann vom Bezirksklinikum Regensburg berichtete, dass der Patient an einem ADHS-Syndrom, einer Polytoxikomanie und einer Erkrankung aus dem Bereich der Schizophrenie leide. Er sei aber gut motiviert und mit Medikamenten sei dies gut zu beherrschen. Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder stellte fest, dass sich der Berufslose noch nicht ausreichend mit seiner Krankheit auseinander gesetzt habe. Die Aussetzung einer Unterbringung zur Bewährung sei nicht ratsam. Rechtsanwalt Thomas Bäumler beantragte die Unterbringung seines Mandanten in einer Entziehungsanstalt, da er die Drogenproblematik im Vordergrund sah. Landgerichtspräsident Walter Leupold sowie die Richter Dr. Marco Heß und Matthias Bauer sahen jedoch die psychischen Probleme des Ledigen als hauptverantwortlich für seine Taten.
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