29.08.2017 - 17:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Veränderte Verkehrsführung nach dem Umbau [mit Video] Vorsicht am Kolpingplatz

Achtung, Vorsicht: Alles ist enger geworden auf dem umgebauten Adolf-Kolping-Platz. Zwar erhalten die Radfahrer ihre Schutzstreifen und vorgezogenen Aufstellzonen an den Ampeln. Aber die Verkehrsfläche zwischen den Bordsteinen ist nicht breiter: Sie ist nur anders verteilt. Und daran müssen sich noch viele gewöhnen.

Noppen- und Rippenplatten, die zum Abschluss der Umbaus verlegt werden, sollen die Blinden über die Ampelanlagen leiten.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Noch haben nicht wenige Autofahrer ihre liebe Not mit den neuen Strichen und Streifen. Wo keine Barken und keine Hütchen stehen, fahren sie "wie gewohnt". Gefährlich: Wer nach alter Gewohnheit fährt, landet beim Linksabbiegen aus der Peuerlstraße unversehens vor der Fahrspur, auf der bereits die Autos stehen, die von der Christian-Seltmann-Straße nach links in die Sintzelstraße abbiegen wollen.

Also Augen auf: Die Seltmannstraße ist an dieser versetzten Kreuzung stadteinwärts nämlich nur noch einspurig. Und das heißt letzten Endes "Reißverschluss" beim Abbiegen von der Peuerlstraße. Dennoch - die neue Straßenführung hat bereits ihre Fans: Grünen-Stadträtin Gisela Helgath etwa. "Ich war schon am Montag dort. Es ist toll geworden." Zugleich sieht sie große Ähnlichkeit mit den Plänen, die im Mai 1995 der Regensburger Stadtplaner Peter Seywald für die Weidener Grünen, die dafür aus eigener Tasche 1000 Mark aufbrachten, gezeichnet hatte. Vor vier Jahren setzten Bau- und Planungsausschuss, Finanzausschuss und schließlich der Stadtrat den Ausbau des Adolf-Kolping-Platzes durch - übrigens auf Initiative der SPD, die wenigstens diesen Teilaspekt aus dem innerstädtischen Verkehrsgutachten realisieren wollte. Gerald Bolleiniger habe darauf bestanden, dass dieser Knoten "herausgepickt" wurde. "Wir hätten gerne mehr umgesetzt", betont Helgath.

Es hat lange gedauert

"Es ist nur schade, dass es so lange gedauert hat", meint Hans Hiermaier. Der ehemalige CSU-Stadtrat aus Rothenstadt gilt als "Radwege-Papst" in Weiden. Er selbst hatte sich vor zwei Jahrzehnten an der Lösung der engen Radwegeführung in der Christian-Seltmann-Straße und des Knotens am Adolf-Kolping-Platz versucht. "Das war doch damals ständiges Thema im Radwegeausschuss, den es leider schon lange nicht mehr gibt. Mit Hans-Jürgen Rudnik vom Stadtplanungsamt konnten wir einiges bewirken."

Rudnik und Friedrich Zeiß, der das Stadtplanungsamt führt, sei es zu verdanken, so Gisela Helgath, dass in der Christian-Seltmann-Straße über weite Teile die Radwege weitergeführt wurden. "Da haben sie bei der Ausbauplanung darauf schon vorausschauend geachtet." Allerdings gebe es in den Weiterführungen immer noch Lücken, meint die Grünen-Stadträtin. "An den Anschlüssen werden die Radler doch wieder alleingelassen. Ich hätte schon noch ein paar Vorschläge, um das alles runder zu machen."

Sechs Tonnen Markierung

So richtig "rund" wird der Umbau des Kolpingplatzes erst, wenn auch die gesamte Markierung erledigt ist. Über 40 Pfeile und an die 50 Rad-Symbole müssen aufgebracht werden. Die Nürnberger Firma Hima setzt dabei keineswegs auf Farbe, sondern auf 180 bis 200 Grad heißes Thermoplastik für die Pfeile und kalt vorgefertige "Premask", mit denen die Radsymbole aufgeflammt werden. Gut sechs Tonnen werden bis heute Abend für die Markierungen verbaut, die jeweils zwei Millimeter über die Fahrbahn herausragen.

In den Ampelbereichen wird noch fleißig gepflastert. Insgesamt 60 Meter Noppen und 115 Meter Rippenplatten sollen Sehbehinderte und Blinde sicher leiten.

Der 350 000 Euro teuere Umbau für die Radfahrer stößt bei den Fraktionen auf großes Interesse. Bereits für Donnerstag, 16 Uhr, lädt die CSU zur Ortsbesichtigung ans Josefshaus. Auch die Grünen wollen ihr Lieblingsprojekt kurzfristig in Augenschein nehmen, nämlich schon heute, Mittwoch, um 16 Uhr. Gäste willkommen.

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