03.03.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verdi fordert mehr Personal für Krankenhäuser Sorgen der Pflegekräfte im Blick

Überstunden sind Alltag, ebenso unverbindliche Dienstpläne, kurzfristiges Einspringen oder immer mehr Patienten, die auf einen Angestellten kommen. Und Pausen? Tja, "inzwischen ist es gang und gäbe, dass Beschäftigte keine machen". So sieht jedenfalls laut Manuela Dietz der Arbeitsalltag für Pflegepersonal in Krankenhäusern aus.

In der Pflege krankt es allzu häufig - davon zeigen sich Verdi und stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin Manuela Dietz überzeugt. Die Gewerkschaft hat sich deshalb den Kampf für mehr Personal in Krankenhäusern als einen von mehreren Schwerpunkten für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben. Bild: Schönberger
von Franz Kurz Kontakt Profil

Dagegen will die Gewerkschaft Verdi, bei der Dietz stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin ist, in diesem Jahr angehen. Arbeits- und Gesundheitsschutz für Krankenhaus-Beschäftigte, insbesondere für die im Pflegepersonal, werde "ein Riesenthema", für das Verdi gleich auch eine Lösung präsentiert: mehr Personal. Denn gerade die hohe Belastung im Klinikalltag sei alles andere als förderlich für die Gesundheit der Angestellten, erklärt Dietz beim Jahrespressegespräch des DGB.

Bundesweit läuft dazu eine Kampagne, auch im Bezirk werden Unterschriften gesammelt. Dabei, betont Dietz, würde eine Entlastung ja vielen zugutekommen: nicht nur Pflegekräften, sondern auch Patienten. Und den Personalverantwortlichen der Kliniken. Denn bessere Arbeitsbedingungen seien der Schlüssel, um Fachkräfte zu bekommen.

Freilich kümmert sich die Gewerkschaft nicht nur um ihre Mitglieder im Gesundheitsbereich. Auch die Arbeitsbedingungen und das Gehalt von Friseuren sollen laut Dietz durch ein neues Projekt in den Mittelpunkt rücken. Dazu werde auch ein Info-Bus durch die Oberpfalz touren. Ebenso wichtig werde es sein, Fragen zur neuen Eingruppierungsregelung im öffentlichen Dienst zu klären. Dazu werde es Veranstaltungen und Beratungen teils auch vor Ort geben. Ein weiteres Thema, das Verdi und seine elf Ortsvereine beschäftigen werde, sei der Kampf für bessere Renten, gerade im Wahljahr.

Apropos Wahl: Parteipolitisch hat sich Verdi bereits im vergangenen Jahr verstärkt mit der AfD beschäftigt. Verschiedene Arbeitskreise nahmen deren politische Inhalte auseinander. "Da konnten wir viel Aufklärungsarbeit leisten", berichtet Dietz. Ein ehrenamtlicher Kollege, der sich in die Thematik eingearbeitet habe, sei inzwischen bundesweit für Vorträge gefragt. Verdi selbst war in der Oberpfalz im vergangenen Jahr dagegen etwas weniger gefragt. Nach starken Zahlen 2015 habe der Bezirk 2016 zwar 1000 neue Mitglieder aufgenommen. Unterm Strich stehe aber ein Minus von rund 200. Insgesamt zählt der Bezirk damit etwas weniger als 23 000 Mitglieder.

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