Verschärfter Winter: Trotzdem geht es auf den Straßen glimpflich zu
Schnee ja, Chaos nein

Frostige Temperaturen mögen Autofahrern eine Menge abverlangen - andere freut das Wetter dagegen. Diese Eisstockschützen vom Schätzlerbad-Weiher wissen, den Winter zu genießen. Bild: Schönberger

Der Winter gibt am Mittwoch Gas. Trotzdem sind die Folgen auf den Straßen so glimpflich, dass Autofahrer sogar amtliches Lob bekommen.

/Neustadt. Komplimente dürfen auch mal sein. Die Autofahrer im Landkreis "haben sich sehr gut verhalten", sagt Helmut Franz, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Neustadt. Denn eigentlich "haben wir mit anderen Sachen gerechnet". Was der Hauptkommissar meint: Wegen der Schneefälle ab Mittwochnachmittag hätten er und seine Kollegen zunächst mehr Unfälle erwartet.

Letztlich zählten die Beamten im Kreis und in der Stadt Weiden fünf. Dabei zogen sich zwei Personen leichte Verletzungen zu. Darunter der Fahrgast eines Taxis, das am Mittwoch gegen 19.20 Uhr in der Neunkirchener Straße unterwegs war, als plötzlich der Fahrer eines entgegenkommenden VW Golf wegen Glätte die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Bei der Kollision entstand ein Schaden von rund 17 500 Euro. Ebenfalls einen Leichtverletzten gab es nahe Pressath. Auf sein Auto war um 16.45 Uhr ein anderes Fahrzeug aufgefahren. Grund laut Polizei: "unzureichende Bereifung". Daneben gab es auch Unfälle ohne Blechschaden: Wie Sprecher Jürgen Meyer berichtet, zählte die Integrierte Leitstelle zwischen Mittwochnachmittag und dem folgenden Morgen zwölf Einsätze nach Stürzen in der Stadt und im Landkreis.

Auch wenn das für die Betroffenen natürlich ein schwacher Trost ist, verlief die Verschärfung des Winters zumindest für Autofahrer glimpflich. Damit das so bleibt, bittet die Polizei, winterliche Grundregeln zu beachten. Abstand, langsam fahren natürlich. Aber auch eine warme Decke, Mütze und Handschuhe sollten im Auto sein, rät Hauptkommissar Franz. Spätestens, wenn das Auto im Winter liegenbleibt oder der Stau sich einfach nicht auflösen will, weiß man, warum.

Während das nur eine Empfehlung ist, ist freie Sicht verpflichtend. Zumindest Front- und Heckscheiben sowie die Fenster an Fahrer- und Beifahrerseite müssen eisfrei und klar sein - "nur ein Sichtfenster reicht nicht". Daneben sollte die Beleuchtung schnee- und eisfrei sein, genauso wie die Motorhaube, weil Ablagerungen hier sonst schnell auf der Windschutzscheibe pappen. Aber auch das Dach muss freigeräumt sein. Schließlich landen Schnee und Eis von dort schnell auf dem Auto des Hintermanns, weshalb erhebliches Bußgeld droht.

So bekannt das alles eigentlich sein sollte, ignorieren es Autofahrer dennoch immer wieder. Franz nennt einen Fall aus dem Landkreis, der sich vor wenigen Tagen ereignete. Vereister Schnee hatte sich während der Fahrt von einem Auto gelöst und eine Delle im nachfolgenden Fahrzeug hinterlassen. Als die Beamten den Verursacher wenig später bei ihm zu Hause zur Rede stellen wollten, begrüßte der sie mit den Worten "Füße abtreten und Schuhe ausziehen". Wäre er mit seinem Auto ähnlich reinlich gewesen, so die Polizei, hätte er sich den Besuch und das Bußgeld freilich von vorneherein erspart.

Keine EntwarnungWer Mittwochabend mit dem Auto fuhr, mag es anders empfunden haben. Doch trotz schlechter Straßenverhältnisse ist nicht allzu viel Schnee gefallen. In Weiden waren es von Mittwoch- bis Donnerstagmorgen 2 Zentimeter, in Eslarn etwa 4, wie NT-Wetterexperte Andy Neumaier berichtet. "So wild war das nicht." Entwarnung ist allerdings ebenso wenig in Sicht: Bis Montag erwartet er weitere 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee, an der Grenze teils gar 20 Zentimeter. Kombiniert mit Frost bleibt es auf den Straßen also vorerst ungemütlich. (fku)
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