13.03.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Video-Projekt des BR an der Europa-Berufsschule Geschichten, die das Leben schreibt

Marine Oganisjan versucht, ihre Tränen zurückzuhalten. Für sie und ihre Kameraden der Integrationsklasse war das Leben nicht immer leicht. Das BR-Projekt "Here's my story" macht darauf aufmerksam.

Ernste Gesichter beim Besuch von Staatssekretär Bernd Sibler (Zweiter von links) in der Europa-Berufsschule. Der Politiker nahm sich Zeit, um sich die Geschichten der Schüler anzuhören. Bild: Schönberger
von Redaktion OnetzProfil

Die Europa-Berufsschule Weiden ist eine von sieben Schulen, die an dem Projekt "Here's my story" (Hier ist meine Geschichte) teilnimmt. Dabei visualisieren 14 Integrations-Schüler im Alter von 16 bis 20 Jahren ihre kulturellen Wurzeln, prägende Erfahrungen sowie ihre Visionen für die Zukunft.

Unter dem Motto "Wo komme ich her, wo will ich hin?" sollen Jugendlichen Klarheit über eigene Stärken und Träume erhalten und somit ihr Selbstbewusstsein stärken. "Es soll ein Motivationsimpuls sein, eine Bestätigung, dass ihr Weg wahrgenommen wird", sagt Michael Bäumler, Studiendirektor der Berufsschule. Pro Schüler entsteht ein kurzes Video. Die Sprachbarriere sei kein Problem, so Bäumler: "Verwunderlich, aber die Schüler reden auch untereinander Deutsch. Man merkt, dass sie sich mit Deutschland identifizieren undWeiden als Zuhause sehen."

"Here's my story" startete erstmals 2013. Seitdem nahmen insgesamt 30 Schulen mit mehr als 600 Videos teil. Die Resonanz ist durch und durch positiv. Sabine Felber, eine von drei Mediencoaches, die vor Ort mithalfen, sagt: "Diese Geschichten sind ein Geschenk und wir müssen zuhören."

Staatssekretär Bernd Sibler war am Montag ebenfalls an der Europa-Berufsschule. Er nahm an der Präsentation der Zweitauflage von "Mein Leben in Bayern - Schritt für Schritt durch den Alltag" teil und überreichte den Jugendlichen einen Info-Ordner. Sibler nutzte er Chance, um mehr über die Schüler zu erfahren, die an dem Projekt teilnehmen. Die Geschichten, die ihm erzählt werden, machen traurig.

Marine Oganisjan verarbeitet ihre Erlebnisse in Liedern. Sie singt in acht verschiedenen Sprachen. Lernt fleißig und hat bereits einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Trotzdem: Sie und ihre Familie sollen abgeschoben werden. Die Verzweiflung ist groß. Genau wie bei MohammadGol Zafrankhel: Der Afghane stammt aus Kabul, ein als "sicher" eingestuftes Land. "Letzte Woche starben dort viele Menschen bei einem Anschlag. Wieso ist das sicher? Wieso muss ich da hin?", fragt er. Es sind viele bewegende Geschichten, viele Fragen, die am Freitag, 17. März, in einer "Kinopremiere" in der Schulaula vorgestellt werden.

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