Viel mehr Platz und viel mehr Personal in der neuen Zentralen Notaufnahme Weiden
Weniger Not bei der Aufnahme

Die neue Notaufnahme im Klinikum. Am Montag geht sie in Betrieb.

Lange Zeit war's immer wieder mal eine richtige Not mit der Aufnahme im Weidener Klinikum. So manch eiliger Fall musste warten. Doch mit der begrenzten räumlichen und auch personellen Ausstattung ist es nun vorbei. Ab Montag heißt es: Platz da für die neue Zentrale Notaufnahme.

Wer es zu Fuß schafft, nimmt den Eingang von der Söllnerstraße schräg gegenüber der ehemaligen Augustiner-Kirche, über dem neben der deutschen Bezeichnung auch der internationale Hinweis "Emergency Department" den Weg weist. Wer auf den Rettungswagen angewiesen ist, der wird von der Gabelsberger Straße in den Untergrund verfrachtet, um über einen von drei Aufzügen in den neuen, dreimal so großen Räumlichkeiten wieder aufzutauchen.

Viel mehr Personal

Zwei Jahre nahmen die Bauarbeiten für das 6,36 Millionen Euro teuere Projekt in Anspruch. Ganz fertig ist es aber immer noch nicht. Das wird voraussichtlich im November soweit sein, wenn auch die Sanierung der alten Notaufnahme abgeschlossen ist. Chefarzt Dr. Andreas Dauber ist erst einmal auch so zufrieden. "Nicht nur baulich wird erweitert, sondern auch das Personal." Er erinnert sich an die Zeit vor fünf Jahren als er in Weiden anfing. "Damals hatten wir gerade mal zwei Pflegekräfte." Jetzt werden es mindestens fünf sein, wenn nicht sogar zehn. 44 Vollstellen wird es geben, 10 mehr als bisher.

Zu den Ärzten: Rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche, sind zwei Oberärzte, je ein Internist und ein Chirurg, vor Ort, dazu kommen vier Assistenzärzte. Sie betreuen bis zu 23 Patienten-Behandlungsplätze, alle mit modernstem Gerät ausgestattet. Bisher gab's neun. Neben einem Großraum sind allein acht Einzelbehandlungsplätze vorgesehen, davon zwei sogenannte Schleusen mit eigener Toilette. Sie werden bei Durchfall oder resistenten Keimen genutzt. Dauber verweist darauf, dass Durchfallerkrankungen derzeit in Bayern grassieren. Hier gelte es, die Patienten so schnell wie möglich zu isolieren. Für ganz besonders schwere Notfälle stehen zwei Schockräume zur Verfügung. Dort wartet unter anderem "Lucas", ein Gerät zur automatisierten Herz-Druck-Massage.

In einem Jahr soll in den Räumen auch eine Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung eingerichtet werden. Mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen von 8 biss 22 Uhr sollen niedergelassene Ärzte die zentrale Notaufnahme entlasten.

Bei Blitzeis 180 Patienten

Der Chefarzt fühlt sich wohl in Weiden, wie er dem "Neuen Tag" bestätigt. "Mit gefällt's sehr gut", sagt der 55-jährige dreifache Familienvater. Ein Rezept gegen Extremfälle weiß er aber auch nicht. Vor einer Woche gab's Blitzeis. An dem Tag kamen 180 Patienten ins Klinikum. Da wird auch die neue Zentrale Notaufnahme an ihre Grenzen stoßen.

Am Anfang hatten wir hier zwei Pflegekräfte.Chefarzt Dr. Andreas Dauber über die Situation in der Notaufnahme, als er dort vor fünf Jahren anfing
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