24.05.2017 - 18:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vollversammlung des Stadtjugendrings Trotz Geldnot ganz entspannt

38 000 Euro. So viel Geld stellt die Stadt dem Jugendring heuer zur Verfügung, um Aktionen und Anschaffungen von Jugendverbänden zu fördern. Das sind 5000 Euro mehr als bisher. Und könnte dennoch nicht ausreichen.

Neue Gesichter beim Stadtjugendring? Fehlanzeige. Der komplette Vorstand um Chef Tobias Reichelt (auf der Treppe, Dritter von links) und Stellvertreterin Sabine Graßl (Fünfte von rechts) erhielten in der Vollversammlung das Vertrauen der Delegierten. Mit im Bild die Ehrengäste. Bild: rg
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Denn in der Vollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) erinnert Geschäftsführer Ewald Zenger ans vergangene Jahr, als das Budget noch 33 000 Euro umfasste - und die Verbände insgesamt rund 42 500 Euro anforderten. Als großen Erfolg wertet Vorsitzender Tobias Reichelt, dass der SJR die Aufstockung auf 38 000 Euro erreichte. Doch mehr sei jetzt nicht mehr drin. Folge: Zusammen mit den Verbandsvertretern tüftelte der Vorstand vor einigen Wochen strengere Zuschussrichtlinien aus, zum Beispiel eine Obergrenze für einige Bereiche. Bemerkenswert: Die Delegierten segnen sie am Dienstagabend einstimmig ab. Da staunt auch Stadtrat und OB-Vertreter Roland Richter. Seiner Meinung nach stärkt die Neuregelung kleinere Vereine - zulasten der "ganz großen".

Entspannt hat sich nach der Unterzeichnung des neuen Grundlagenvertrags 2016 offenbar das Verhältnis zwischen Stadt und Jugendring. "Es wird fast ein wenig langweilig", meint Richter. Jugendamtsleiterin Bärbel Otto erlebt sogar "die unspektakulärste Wahl, die ich je gesehen habe": Sämtliche Vorstandsmitglieder werden in ihren Ämtern bestätigt (Info-Kasten). Wohl der Lohn für eine Mannschaft, die, so Richter, "den Stadtjugendring sicher durch wilde Gewässer geführt hat".

Gekämpft werden soll nun gemeinsam. Zum Beispiel für die Regionale Präventionsstelle "Need No Speed", einen Zwei-Frau-Betrieb, der in einem Jahr "Beachtliches" in der Crystal-Prävention aufgebaut hat, wie Reichelt betont. Noch ein weiteres Jahr jedoch, dann sind die Fördermittel des bayerischen Gesundheitsministeriums und des Bayerischen Jugendrings erschöpft. Das Projekt müsse darüber hinaus fortgesetzt werden, fordern der SJR-Chef sowie Jürgen Preisinger vom Bezirksjugendring. Zusammen mit dem OB, den beiden Landräten und den Abgeordneten wollen sich die beteiligten Jugendringe Weiden, Neustadt und Tirschenreuth dafür einsetzen.

Licht am Ende des Tunnels gibt es bei einer alten Forderung des Stadtjugendrings: Seit 1. März besetzt Michael Trummer im Rathaus die (halbe) Stelle, die für die Jugendhilfeplanung vorgesehen ist. Amtsleiterin Otto: "Wir wollen uns noch heuer so aufstellen, dass wir wissen: Welche Teilpläne sind uns wichtig?"

Das Jahresprogramm 2017 des SJR ist derweil so ehrgeizig wie eh und je. Im Juli stehen gleich zwei Großveranstaltungen kurz hintereinander an: das Kinderbürgerfest am 16. und das Weidener Seifenkistenrennen am 23. Juli. Das Starterfeld ist so gut wie voll: Rund 25 Flitzer der Marke Eigenbau werden die Strecke im Gebiet Schirmitzer Weg hinabheizen.

Neuwahlen

Mit einer Fußballerweisheit kommentierte OB-Vertreter, Stadtrat Roland Richter, den Ausgang der Neuwahlen beim Jugendring: "Never change a winning team." Alle Vorstandsmitglieder kandidierten für weitere zwei Jahre, und alle wurden bestätigt. Mit je 30 Ja- und einer Nein-Stimme erhielten in geheimer Wahl Vorsitzender Tobias Reichelt und Stellvertreterin Sabine Graßl das Vertrauen. Nach einstimmigem Votum per Akklamation setzen die Beisitzer ihre Arbeit fort: Florian Vogel, Stefanie Sperrer, Silvia Tusch, Lukas Höllerer, Patricia Meyer, Johannes Dandorfer und Stefan Fuchs. Kassenrevisorinnen bleiben Diana Wittmer-Brunner und Ruth Plonner, als freie Persönlichkeiten machen Petra Vorsatz, Katrin Karagounis, Markus Pleyer und Ralph Gammanick weiter.

Kontinuität auch beim Jahresprogramm: In der Jugendarbeit bleiben beispielsweise der aufwendige, offene Betrieb des Jugendzentrums, die Integration von Flüchtlingen und Klassiker wie Kinderbürgerfest, Ferienaktion und Charity-Gig feste Konstanten. Gut angelaufen ist laut Reichelt das Jugendforum, das im Zuge der Partnerschaft mit "Demokratie leben" Konferenzen und eigene Veranstaltungen organisiert sowie fremde Aktionen bezuschusst. Aufgewertet worden sei die Regionalberatungsstelle gegen Rechtsextremismus mit Arno Speiser. (rg)

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