Vom Schandfleck zum Vorzeigeprojekt
Beletage statt Rocky-Docky-Haus

Insgesamt zehn anspruchsvolle Wohnungen entstehen im dreiteiligen Gebäude, das an der Ecke zur Rehbühlstraße die Peter-Henlein-Straße begleitet. Entwurf: Architekten Rainer Pichl und Thomas Gleißner (APG 90)
 
Die Tage sind gezählt: Ab Ende April macht das Rocky-Docky-Haus vom Rehbühl Platz für ein modernes Mehrfamilienhaus. Bild: Schönberger

Vom Schandfleck zum Vorzeigeprojekt. Das Rocky-Docky-Haus im Rehbühl fällt. Ende April verschwindet der "Abenteuerspielplatz", auf dem sich Generationen von jungen Weidenern herumtrieben. Im Sommer startet die neue Eigentümerin ihr Vorhaben "Beletage", das Wohnen mit hohem Komfort bietet.

Hinter Gunnar Hackl liegt eine "Ochsentour". Seit über zehn Jahren fragte sich der Geschäftsführer der Fides Bauträger GmbH immer, wenn er an dem Rocky-Docky-Haus in der Rehbühlstraße vorbeikam, wem das eigentlich schöne alte Gebäude wohl gehören könnte und warum er es so verwahrlosen ließ. "Es ist ein Traumhaus in einer Traumlage." Vor zwei Jahren machte er sich schließlich selbst auf die Suche, fand die Erben des letzten Besitzers, der schon 1992 ausgezogen war und alles stehen und liegen ließ. "Seine Kinder - Physiker, Apotheker und Lehrer - haben keinen Bezug mehr zu Weiden."

Es wäre durchaus reizvoll gewesen, das Gebäude zu sanieren. "Ohne die Brandschäden wäre das noch zu machen gewesen." So aber war quasi ein Neubau vorgegeben. Allerdings sah der Bebauungsplan auf dem über 1100 Quadratmeter großen Grundstück zwei Stadtvillen vor, so dass erst neues Baurecht geschaffen werden musste. Das nötige Bebauungsplanverfahren betreute das Stadtplanungsbüro Dragomir aus München, das auch für Fondara (Stadtgalerie) arbeitet. Hackl lobt dabei die oft gescholtene Bauverwaltung. "Das ist wirklich optimal gelaufen."

In der Dezembersitzung beschloss der Stadtrat den Bebauungsplan als Satzung. In der nächsten Woche wird der Bau- und Planungsausschuss einen positiven Vorbescheid erteilen. Auf dessen Grundlage erstellt das Architekturbüro APG 90 von Rainer Pichl und Thomas Gleißner den Bauantrag. Im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. "Wir planen wirklich etwas ganz Besonderes", schwärmt Hackl vom Projekt "Beletage" (die schöne Etage).

Mit dem Vorhaben wende sich die Fides vor allem an Käufer, die seit vielen Jahren in ihrem Eigenheim gelebt haben, nun aber die Belastungen, die mit Pflege und Unterhalt von Haus und Garten verbunden sind, nicht mehr schultern, sondern ihr Leben "lastenfrei" genießen möchten. "Wir haben ein starkes Interesse besonders aus dem Rehbühl selbst festgestellt", berichtet Hackl. "Hier gibt es viele, die ihr zu groß gewordenes Haus verkaufen, aber in der gewohnten Umgebung mit den vertrauten Strukturen weiter leben wollen." So werde zwar gern auf etwas Wohnfläche, aber auf keinem Fall auf Komfort verzichtet.

Mit Penthouse

Die neun Wohnungen auf den drei Etagen des über 60 Meter langen, dreigliedrigen Baukörpers weisen jeweils großzügige 93 Quadratmeter aus. Das Penthouse wächst mit 188 Quadratmetern und drei Dachterrassen in eine andere Dimension.

Ein 35 Quadratmeter großes Foyer bildet mit einer zweiseitigen Glasfront das Entree. Laubengänge binden den dritten Baukörper an. Licht spielt eine wichtige Rolle. So sind nahezu alle Holz-Alu-Fenster an der langen Westseite entlang der Peter-Henlein-Straße bodentief. Standard sind auch Video-Sprechanlage, elektrische Rollos, Parkett-Böden und ein Glasfasernetz "zukunftsfähig bis zur letzten Dose". Fertigstellung des 3,8 Millionen Euro teuren Projekts: Ende 2018. (Hintergrund )
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