Vorhang auf an der Clausnitzerschule
Zirkus im Klassenzimmer

Gemeinsam singen und tanzen die 145 Schüler der Clausnitzerschule im Zirkuszelt. Möglich macht das die Zirkusfamilie Sperlich. Bilder: Wilck (3)

"Wir zeigen euch die größte Show der Welt", singt ein Chor von Kindern direkt zu Beginn der Show. Der Zirkus ist los - und stellt diese Woche die Clausnitzerschule auf den Kopf. Und das auch noch pädagogisch wertvoll.

Alle waren eingespannt: Lehrer, Eltern und die 145 Schüler. Gemeinsam mit der Zirkusfamilie Sperlich stellten sie ein Programm auf die Beine, das keine Wünsche offen ließ. Von Zaubertricks über Clownseinlagen, Akrobatik-Kunststücke und Seiltanz bis hin zu einer Feuershow war alles dabei. Die Hauptakteure? Die Kinder.

Mit Hilfestellung durch die Zirkusfamilie zeigten sie etwa, wie schmerzresistent sie sind, als sie sich mit nacktem Oberkörper auf ein Nagelbrett legten, oder wie anmutig sie auf einem Seil tanzen können. Zu Beginn und zum Schluss versammelten sich alle unter einer leuchtenden Weltkugel. Dabei machte eine Stimme aus dem Hintergrund auf den Umweltschutz aufmerksam. Untermalt wurde dies mit voller Dunkelheit und Schwarzlicht.

Ohne Vorbereitung ging das nicht. In Blöcken unterrichteten die Lehrer alles rund um das Thema "Zirkus", während die Kinder ihre Kunststücke probten. Drei Vormittage waren dafür nötig. Ausgezahlt hat sich der Aufwand allemal.

Alle vier Vorstellungen waren ausverkauft. Doch das war nicht der einzige Gewinn. "Es ist vor allem für die Kinder ein einmaliges Erlebnis", erzählt Schulleiterin Silvia Bäumler. "Sie arbeiten im Team und haben Verantwortung gezeigt. Die Stimmung ist großartig." Auch die Zirkusfamilie bereut ihren ersten Auftritt in Bayern nicht. "Es war eine ganz tolle Zusammenarbeit", sagt Zirkusdirektor Gerhard Sperlich. "Wir würden gern wiederkommen."

Durch die "circuspädagogische" Zusammenarbeit mit Kindern zeichnet sich der Circus Gerhard Sperlich im Übrigen auch aus. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kleinen hinter die Kulissen blicken zu lassen. Nicht nur, um sie zu bespaßen. Das Programm stärkt das Selbstbewusstsein, hilft bei der Entwicklung von Verantwortungsgefühl, fördert soziales Verhalten und Kooperationsvermögen. Die Kinder legen ihre Ängste ab und arbeiten in einem großen Team. "Kinder, die sonst in irgendeiner Weise auffällig sind, blühen hier richtig auf", merkt die Schulleiterin an. Fazit: Ein Projekt mit guten Hintergedanken - und ein Gewinn für alle Beteiligten.
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