Vorher-Nachher-Bilder im Vergleich
So sahen markante Ecken in Weiden früher aus

Im Stadtarchiv hortet Petra Vorsatz ganze Ordner voll historischer Postkarten. Die Sammlung zählt zu ihren "Lieblingskindern" im Stadtarchiv, "weil alte Postkarten so wichtig sind für die Stadtgeschichte". (Foto: Schönberger)

Haben Sie Weiden noch erlebt, als die Autos rund ums Alte Rathaus düsten? Oder erinnern Sie sich, wie der Anker-Komplexfrüher aussah? 

Einige Ecken der Stadt haben ihre Ansicht im Laufe der vergangenen Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gewaltig gewandelt. Andere scheinen bis heute kaum verändert. Wie das Gebäude in der Bahnhofstraße, das einst Weidens erstes Kaufhaus „Weka“ beherbergte. Die Schaufensterfront im Erdgeschoss bildet dort bis heute das dominierende Element. Der Bahnhofsvorplatz – einst mit Bäumen bewachsen, später mit einer großzügigen Grünanlage – weist heute nur noch kleine grüne Flecken auf. Der Rest wurde gepflastert und asphaltiert, um Platz für Busse und Taxen zu schaffen.

So mancher alteingesessene Weidener denkt gerne an den früheren Anker-Komplex zurück. Er beherbergte ab 1604 nicht nur Weidens älteste Weißbier-Brauerei, sondern kurzfristig auch eine Filiale der „Weka“ und das Bekleidungshaus Carlson. Heute befinden sich im Nachfolgebau am Issy-les-Moulineaux-Platz „Benetton“, eine Arztpraxis und Rechtsanwaltskanzleien.

Die Postkartensammlung ist eines der Lieblingskinder von Petra Vorsatz, Leiterin des Amtes für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus. „Weil alte Postkarten so wichtig sind für die Stadtgeschichte.“ Die Sammlung wird von ihr kontinuierlich ergänzt. Eine Auswahl davon zeigt, im Vergleich mit aktuellen Bildern von unserer Fotografin Gaby Schönberger, wie sich markante Punkte in der Max-Reger-Stadt verändert haben – oder eben nicht.

Altes Rathaus: Vom Parkplatz zur Fußgänger- und Café-Zone

Parkende Autos mitten in Weidens guter Stube vor dem Alten Rathaus: Bis Mitte der 80er Jahre war dieser Anblick normal. Dann erfolgte der Umbau zur Fußgängerzone. Seitdem beherrschen Fußgänger, Radler und natürlich Café-Gäste das Bild am Oberen Markt. 

Gerhardinger-Schule: Gerades Dach statt Giebel

Die Gerhardinger-Schule heute mit neuem Dach und Pausenhof vor dem Gebäude und 1907 mit historischen Giebeln. Die Schule sollte damals mit der Josefskirche und dem Kloster eine bauliche Einheit bilden. 

Schaufenster früher wie heute: "Weka" Weiden

Alte Weidener sagen "die Weka", nicht "das Weka". Doch egal, wie man es nennt: "Weka" war Weidens erstes Kaufhaus in der Bahnhofstraße. Die Ansicht des Gebäudes hat sich bis heute kaum verändert. Die Schaufensterfront im Erdgeschoss ist noch immer das dominierende Element.

Anker-Komplex: Gerade Linien, statt Turm und Erker

Der Anker-Komplex in Weiden beherbergte ab 1604 für lange Zeit Weidens älteste Weißbierbrauerei, bis Ende der 1940er Jahre das "Hotel Anker", in den frühen 1960er Jahren das Bekleidungshaus Carlson und eine "Weka"-Filiale. 1981 wurde der historische Anker-Komplex abgerissen und durch diesen Neubau am Issy-les-Moulineaux-Platz ersetzt. An der Westseite führt seitdem die Dr.-Pfleger-Straße vorbei.

Bahnhof Weiden: Busse statt Pferdekutschen

Ein bisschen Rasen ist zwar auch heute noch vor dem Bahnhof zu finden. Den meisten Raum benötigen jedoch die Stellfläche für Busse und Taxen. 1936 entstand die alte Ansicht vom Bahnhof Weiden. Den Vorplatz zierte damals noch eine Grünanlage mit Stern in der Mitte.

Appartementhaus statt Gasthof Fichtenbühl

Der Gasthof Fichtenbühl an der Ecke Regensburger-/Ermersrichter Straße - rechts zu sehen auf einer Postkarte um das Jahr 1904 - war beliebt. Nicht nur wegen der schattigen Plätze im Biergarten. Heute steht am gleichen Ort ein Appartementhaus. Eine der Stellen in Weiden, die sich besonders stark verändert haben.

Augustinus-Gymnasium: mit und ohne Wirtschaftsschule

Links im Bild zu sehen: die Wirtschaftsschule in Weiden mit dem Augustinus-Gymnasium (gelber Bau) im Hintergrund. Links im linken Bild das Gebäude der Diakonie. Der gleiche Ausschnitt wie im Jahr 1905 lässt sich heute leider nicht mehr fotografieren. Damals zeigte die Ansicht das Augustinus-Gymnasium mit der Kirche des Augustiner-Seminars. Zu dieser Zeit flossen noch mehrere Nebenarme der Waldnaab durch die Stadt und bildeten an dieser Stelle beinahe einen See.

Pfarramt St. Michael: Standorttreu im Pfarrwinkel

Die historische Postkarte rechts dürfte laut Petra Vorsatz aus dem Jahr 1912 oder 1913 stammen. Schon damals war das evangelische Pfarramt dort angesiedelt, im Pfarrwinkel, wie es im Volksmund hieß. Das Pfarramt St. Michael sitzt heute noch dort unter der Adresse Pfarrplatz 6.


Handwerkerhaus: Von der Restauration zum Seminarzentrum

Die „Restauration zur Sonne“ – rechts auf einer Aufnahme um das Jahr 1920 – dürfte vielen Weidenern kein Begriff mehr sein, denn ab 1951 bis 2011 hieß die Gaststätte „Handwerkerhaus“. Das Gebäude beherbergt inzwischen das Seminarzentrum „Handwerkerhaus“.




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