06.10.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vorwurf der SPD an die CSU: Stillstand beschlossen: "Im Wurmloch zurück"

Mit ihrer Ablehnung des Realschulneubaus hätten CSU und Bürgerliste eine Riesenchance für die Schulstadt Weiden vertan. "Die Verlierer sind nicht wir und die Grünen, sondern die gesamte Schulgemeinschaft", betont SPD-Fraktionschef Roland Richter.

Matthias Holl, Roland Richter und Hildegard Ziegler zeigen sich vom Abstimmungsverhalten von CSU und Bürgerliste enttäuscht. Bild: Schönberger
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Hildegard Ziegler und Matthias Holl zeigte sich Richter am Donnerstagabend enttäuscht über das "tragische Ergebnis" vom Vortag im Stadtrat: "Sie haben den Stillstand beschlossen. Ich fühle mich wie in einem Wurmloch zurück ins Jahr 2011 katapultiert. Wir stehen wieder ganz am Anfang wie damals, als die Diskussionen begannen." "Mit einem Gerd Hofmann an der Spitze wäre die CSU diesen Weg nicht gegangen. Er hätte sich mit uns die Zuschüsse geholt. Bei dieser CSU fehlt der Mut."

Da Christsoziale und Bürgerliste keinen Neubau und keine Generalsanierung wollten, sei er nun gespannt, was weiter passieren werde, betonte Richter. Mit dem geänderten Beschlussvorschlag habe Oberbürgermeister Kurt Seggewiß den Stadträten ein Angebot machen wollen. Allerdings sei die Abstimmung von den Neubau-Gegnern als Politikum missbraucht worden.

Dazu passe auch der Stil, mit dem CSU und Bürgerliste mit den Gutachtern und deren Aussagen umgegangen seien, als etwa Karlheinz Beer betonte, die ermittelten Kosten hätten keine Relevanz, da sie nicht mit konkreten Planungen unterlegt seien. "Das war Beratungsresistenz an der Grenze zur Arroganz. Wie dieser Stadtrat mit den Experten umgegangen ist, dafür muss man sich eigentlich schämen."

"CSU und Bürgerliste wollten Zahlen, dann haben sie welche, sogar viermal geprüft und akzeptieren sie nicht", merkte stellvertretender Fraktionsvorsitzender Matthias Holl an.

Die mit einem Neubau verbundenen Ängste zerstreute stellvertretende Fraktionschefin Hildegard Ziegler: Die Geschlechtertrennung der Schüler, Hauptargument für den Doppelstandort, bleibe weiter erhalten. Sie bedauerte, dass CSU und Bürgerliste mit vorgefertigten Meinungen in die Sitzung gegangen seien. "Kein noch so überzeugendes Argument, kein Experte konnte das ändern."

 

 

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