01.03.2018 - 16:06 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

"Walerhof" steigt in Direktvertrieb ein Frischmilch aus dem Automaten

"Hoffentlich denken die Kinder nicht, dass Milch aus einem Automaten kommt und nicht von der Kuh." Bürgermeister Jens Meyer und Pfarrvikar Mejo Jose Puthussery von St. Konrad hatten den gleichen Gedanken, sind aber von der Idee, Frischmilch zapfen zu können, sehr angetan. Gelegenheit dazu gab's am Donnerstag bei Edeka Luger in der Neustädter Straße.

Landwirt Alexander Weigl zapft die erste Flasche Milch am neuen Automaten. Auch sein Sohn Kevin (links) unterstützt das Projekt. Bild: Meister
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Dort hat die Familie Weigl vom "Walerhof" aus Pilmersreuth an der Straße jetzt einen Milchautomaten aufgestellt. Insgesamt investierte der Landwirt eine Viertel Million Euro in einen Milchpasteur, einen Kühltransporter sowie in die Automaten.

Alexander und Michaela Weigl haben 80 Milchkühe im Stall stehen, die gentechnikfrei gefüttert werden. Ihre Qualitätsmilch verkauft der Landwirt unter anderem über Automaten und schlägt damit den Weg der Direktvermarktung ein. "Wir Bauern sollen immer produzieren, aber die Vermarktung geben wir aus der Hand", sagte Weigl. "Das werde sich jetzt ändern." Mit zwei bestehenden Milchautomaten habe er bereits gute Erfahrungen gemacht. "Die Kunden nehmen das Angebot an."

Der Milchautomat allein kostet 30 000 Euro und steckt voller Technik. Er fasst drei Behälter, die jeden zweiten Tag aufgefüllt werden. Die Milchmenge behält Alexander Weigl über eine eigens programmierte App im Auge. Bei Bedarf wird nachgeliefert. Ein Flaschenautomat mit Mehrwegflaschen ergänzt das Angebot. "Die Kunden können aber auch ihre eigenen Flaschen mitbringen. Die Frischmilch wird nur pasteurisiert, also keimfrei gemacht. Ihr Fettgehalt liegt bei rund vier Prozent. Sie ist fünf Tage haltbar", so Weigl. Auf die Hygiene werde natürlich besonders geachtet, die Automaten würden regelmäßig gereinigt.

Edeka-Betreiber Matthias Luger unterstützt die Automaten-Idee. "Wir stellen dafür gerne die Verkaufsfläche zur Verfügung. Das hochwertige Produkt entspricht ganz unserer Philosophie." Auch Bürgermeister Meyer schätzt das Naturprodukt. "Regional ist meine Wahl" sei sein Motto. Die Milchviehhaltung sei in der heutigen Zeit ein schweres Brot. Neue Wege in der Vermarktung seien unerlässlich, um überleben zu können.

Pater Mejo Jose erbat abschließend den kirchlichen Segen für die Verbraucher und die Erzeuger der Milch und würdigte den nachhaltigen Aspekt. Ein Ehepaar aus Altenstadt/WN war die erste Kundschaft, die sich an der Milchtankstelle bediente. "Wir probieren das jetzt mal aus."

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