10.04.2018 - 10:38 Uhr
Oberpfalz

Warum jetzt wieder Käfer in unseren Biergläsern landen Tierische Alkoholiker

Der Frühling ist da. Jetzt geht's für viele Menschen raus in den Biergarten, auf die Terrasse oder in den Garten. An der frischen Luft und bei Sonnenschein schmeckt das Glas Bier einfach besser - bis kleine schwarze Käfer darin landen. Das nervt, hat aber einen ganz besonderen Grund.

Der Ambrosiakäfer schaut manchmal zu tief ins Bierglas.
von Julian Trager Kontakt Profil

Alkohol macht locker. Manchmal dient er sogar der menschlichen Fortpflanzung, bei manchen Zeitgenossen fördert er ja bekanntlich diesen Trieb. Bei den Ambrosiakäfern ist das ähnlich, zumindest ein bisschen. Wie ein internationales Forscherteam um Professor Johann Philipp Benz von der Technischen Universität München (TUM) und Peter Biedermann von der Juluis-Maximilians-Universität Würzburg herausgefunden hat, suchen die Käfer gezielt nach Alkohol - bloß halt nicht im Bierglas, sondern an Bäumen. Eigentlich. Denn die kleinen Tiere riechen den Alkohol und verirren sich dann im Bier- oder Weinglas.

Die Ambrosiakäfer brauchen den Alkohol, um ihre Larven optimal zu ernähren, wie die TUM mitteilt. Die Käfer züchten Nahrungspilze, der Alkohol dient dabei als "Unkrautvernichter" und erlaubt den Pilzen optimal zu wachsen. Am besten wachsen die Pilze bei einer Alkoholkonzentration von etwa zwei Prozent. Die optimale Umgebung für diese Zucht sind alte, geschwächte Bäume, die Alkohol produzieren - um sich eigentlich vor Mikroorganismen zu schützen. Den Ambrosiakäfer lockt das an. Wenn der aber dann doch in einem Bierglas landet, ist das nicht gewollt und keine böse Absicht: Der Käfer hat das Bier mit einem Baum verwechselt.

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