Wasserwirtschaftsamt gestaltet Flussbett naturnah um
Wasserwirbel in der Naab

Insel mit Totholz mitten im Wasser.
 
Die eingebauten "Buhnen" (rechts), die mit Wasserbausteinen verstärkt und stabilisiert sind, verändern die Fließgeschwindigkeit in der Naab. Der Bagger, der auch die Fluss-Sohle modellierte, steht inzwischen wieder auf dem Trockenen. Bilder: Wasserwirtschaftsamt Weiden (2)

Schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen, verläuft die Naab von Unterwildenau zur Autobahnbrücke vor Luhe. Und gerade dieser "sehr begradigte Abschnitt" hat es dem Wasserwirtschaftsamt Weiden angetan: Es baut den Flusslauf naturnah um.

Luhe/Weiden. Die erste Bewährungsprobe haben die neuen Einbauten überstanden: Das Hochwasser, das sich am Donnerstag und Freitag - einen halben Meter über dem normalen Wasserstand - durch die Naab wälzte, hinterließ keine Schäden. Zugleich unterstreicht Anton Baumann, zuständig für Gewässerentwicklung, ökologische Umgestaltung und Renaturierungsmaßnahmen am Wasserwirtschaftsamt, dass sich durch die Umgestaltung die Hochwassersicherheit in Unterwildenau nicht verschlechtere.

Aufgrund einer EU-Richtlinie, die im deutschen Haushaltsgesetz umgesetzt und auch im bayerischen Wassergesetz verankert ist, sind Gewässer naturnah zu gestalten. "Das ist seit 25 Jahren unser Ziel." Davor habe man versucht, die Gewässer möglichst geradlinig durch die Landschaft zu führen.

Die ökologische Aufwertung des etwa einen Kilometer langen Abschnittes sei ein erstes Projekt aus dem Gewässerentwicklungskonzept Naab, das das Büro Ökon aus Kallmünz im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes erstellte. Untersucht wurden dafür 100 Kilometer "Flusswasserkörper" vom Zusammenfluss von Wald- und Haidenaab bis zur Einmündung der Naab in die Donau, erläutert Andreas Ettl, Fachbereichsleiter Wasserbau und Gewässerentwicklung am Wasserwirtschaftsamt.

Möglichst effektiv

Dabei war es erklärte Absicht, mit möglichst geringem finanziellen Aufwand, möglichst viel zu bewirken. "Wir sind da bescheiden." So bleibt die Naab natürlich in ihrem Bett. Aber: mit dem Bagger werden verlandete Altarme wieder reaktiviert, vor allem aber "Buhnen", also sogenannte Strömungslenker mit schweren Steinen gesichert und "Sandbänke" als Inseln angelegt. Diese sorgen im sonst monotonen Bachlauf für unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und sogar für "Kehrwasserbereiche" (Wirbel). Die Naab habe dort eine "sehr schöne kiesige Sohle", die durch Modulation durch den Bagger auch unterschiedliche Wassertiefen mit seichten, aber auch tieferen Stellen ermögliche. Auch dadurch variiere die Fließgeschwindigkeit in der in diesem Bereich zwischen 40 und 50 Meter breiten Naab.

Zum ökologischen Ausbau gehöre auch, so Baumann, die ins Wasser gestürzte Uferbäume nicht zu entfernen, sondern sie zu sichern und damit als Unterstände für die Fische ("Nasen", Weißfische u.ä.) zu erhalten. "Wir versuchen den Fischbestand zu fördern, die Grundlagen zu gewährleisten. Wir werden aber keine zusätzlichen Fische einsetzen", erläutert Ettl.

Unterstände aus Totholz

Einige "abschwemmungsgefährdete" Bäume ließen die Wasserwirtschafter aus der Uferbepflanzung entfernen. Eine kleine Baumgruppe erhielt jedoch auf einer neuen künstlichen Insel einen neuen Platz. Grundsätzlich solle möglichst viel Totgehölz im Wasser verbleiben, das allerdings den Abfluss nicht behindern dürfe.

Der Baggerfahrer, der mit seinem Gefährt bis in 1,40 Meter tief im Wasser arbeiten kann, verbaute 240 Tonnen große Wassersteine. Er bewegte im 50 bis 100 Zentimeter tiefen Wasser zig Kubikmeter Kies. Die Kosten für diese einwöchige Maßnahme sind erstaunlich gering: Sie liegen bei etwa 6000 Euro Miete für den Bagger. Baumann und Ettl wollen die Waldnaab auf Höhe Rothenstadt umbauen sowie die Haidenaab ökologische aufwerten. Für die Haidenaab ist nämlich ein Gewässerentwicklungskonzept in Auftrag gegeben.
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