11.12.2017 - 20:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden ist dabei: Bürgermeister gratulieren Anti-Nuklearwaffen-Kampagne zu Friedensnobelpreis "Lord Mayor" hisst die Friedensfahne

Die internationale Vereinigung "Mayors for Peace" ("Bürgermeister für den Frieden") gratulierte am Sonntag der Initiative "ICAN" (Internationale Kampagne zur Abschaffung nuklearer Waffen) zum Friedensnobelpreis. Auch der "Lord Mayor" - der Oberbürgermeister - von Weiden setzte ein Zeichen dazu. Kurt Seggewiß ließ die Fahne der "Mayors for Peace" vor dem Neuen Rathaus hissen.

Dr. Maria Macht, Dr. Rolf Nickl, Ali Zandt (v.l.)
von Autor hczProfil

Seit Juni 2015 gehört Weiden zu den 7514 Mitgliedsstädten der Vereinigung "Mayors for Peace". Der weltweite Verband setzt sich für ein Verbot und die Vernichtung aller Atomwaffen ein. Gegründet wurde das Städtenetzwerk 1982 auf Initiative der Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki. "Die Atombombenabwürfe auf Japan mahnen uns und zeigen uns die verheerenden Folgen noch heute", stellte Seggewiß fest. Beim Einsatz von Atomwaffen sei immer die Zivilbevölkerung betroffen. Angesichts der Bilder von Menschen, die immer noch an den Folgen litten, und der aktuellen nuklearen Bedrohung - siehe Nordkorea - müsse ein Zeichen gesetzt werden.

Greenpeace-Chef Ali Zandt forderte eine "atomwaffenfreie Zone Deutschland" - auch angesichts der Geschichte unseres Landes. Dr. Maria Macht von IPPNW ("Ärzte gegen Atomkrieg") berichtete, dass eine 83-jährige Japanerin den Friedensnobelpreis entgegennehme, die den Atombombenabwurf selbst erlebt hat. 122 Staaten hätten den Atomwaffenverbotsvertrag beschlossen. Deutschland hingegen verstecke sich hinter seinem Partner USA. Es gelte also, eine künftige Bundesregierung zu überzeugen, dass sie den Vertrag ebenfalls unterzeichnet und ratifiziert und sämtliche atomaren Sprengköpfe aus dem Bundesgebiet abziehen lasse. Stadtrat Veit Wagner ("Amnesty International") - übrigens am Tag vor dem Atombombenabwurf auf Hiroshima geboren - wies auf den "Tag der Menschenrechte" hin, der am gleichen Tag wie die Nobelpreisverleihung war. Bürgermeister Lothar Höher sagte, dass Regierungen "sehr zurückhaltend" seien, wenn es darum gehe, gegen die Atomlobby vorzugehen. Für Bürgermeister sei das Engagement bei den "Mayors for Peace" eine Möglichkeit, sich in die nationale Politik einzumischen. Hilde Lindner-Hauser von der BI gegen atomare Anlagen stellte fest, dass es unter dem "Deckmäntelchen der friedlichen Nutzung der Kernenergie" immer möglich sein werde, auch Atombomben zu bauen.

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