07.03.2018 - 20:10 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Weidenerinnen verraten am Weltfrauentag ihr Erfolgsrezept Mit Fleiß, Plan und Auszeiten

Sie leiten Apotheken, Schulen, Vereine oder Unternehmen. Sie sind in der Gesellschaft angesehen. Was weniger offensichtlich ist, dass diese Frauen oft auch Mütter sind, eine Familie managen. Am heutigen Weltfrauentag gewähren sie Einblick in ihren Alltag. Und der ist nicht immer leicht.

Lisa Samhammer. Bild: exb
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(pjkt) Elternsprechtage, wichtige Meetings im Beruf und gleichzeitig Zeit für die Liebsten finden. Schwierig, aber nicht unmöglich. Damit das gelingt, hat jede der Frauen ein eigenes Erfolgsrezept.

Dr. Carmen Bock: Den Alltag zu meistern, das bedeutet für die 44-jährige Apothekerin oft "selbst zurückzustecken". Seit 18 Jahren ist sie Inhaberin der "Paracelsus-Apotheke". Zugleich ist sie alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. "Das funktioniere nur mit viel Fleiß und Herzblut. Dabei darf aber die Freude nicht verloren gehen." Zum Weltfrauentag wünscht sie sich zwei Dinge: "Frauen sollen für ihre Leistungen mehr anerkannt werden." Das sei vor allem für diejenigen wichtig, die zurückhaltend sind und nicht für sich selbst einstehen können. Und der zweite Wunsch? "Eine kleine Auszeit vom Alltag."

Lisa Samhammer: Die 24-Jährige lebt seit zwei Jahren ihren beruflichen Traum: Sie gründete 2016 mit ihrem Freund Florian das Start-Up "Second Life Fashion", übernimmt seit Beginn die Aufgabe der Geschäftsführerin. Mit vielen Planungen, viel Ausprobieren und viel Fleiß ging sie an die Sache. "Nur so funktioniert es." Und das Erfolgsrezept geht auf. Doch wie funktioniert eine Beziehung, wenn man den beruflichen und privaten Alltag teilt? "Ganz einfach. Indem man die Arbeit nicht nach Hause mitnimmt. Wir ergänzen uns in jeder Hinsicht gut. Was der eine nicht kann, das übernimmt der andere." Für Samhammer hat der Weltfrauentag eine große Bedeutung. "Leider. Viel schöner wäre es, wenn so etwas nicht nötig wäre - Mann und Frau gleichberechtigt wären." Für sie sei das weniger ein Problem: "Bei Start-Ups gibt es viele Frauen in Führungspositionen. Deshalb fühle ich mich absolut gleichberechtigt."

Sabine Birner: Auf die Frage nach ihrem Erfolgsrezept antwortet die Vorsitzende des Behinderten- und Vitalsportvereins: der Rückhalt durch die Familie. Durch ihre zwei Kinder sei sie überhaupt erst zum Verein gekommen. "Ich habe einen Sportverein gesucht und gewollt, dass meine Kinder den Umgang mit behinderten Kindern lernen, es für sie selbstverständlich ist." Birner erkennt, dass der Verein mit Personalmangel kämpft - und beginnt sich ehrenamtlich zu engagieren. Heute trägt sie die Verantwortung für 650 Mitglieder und den größten Sportverein seiner Art in der Oberpfalz. Eine Sache liegt ihr besonders am Herzen. "Ich wünsche mir, dass die Arbeit jeder Frau anerkannt wird - egal ob Hausfrau, Mutter oder Karrierefrau."

Sigrid Bloch: "Gelassen" geht es die Leiterin des Kepler-Gymnasiums an. "Situationen erst überdenken, nicht voreilig handeln" lautet das Erfolgsrezept der 59-Jährigen, die drei erwachsene Kinder hat. Noch immer werde sie von der Familie unterstützt. Zum Weltfrauentag sagt Bloch: "Er ist absolut notwendig. Solange die Frauenquote in Führungspositionen noch nicht erfüllt ist, muss man auf das Problem aufmerksam machen - auch durch so einen Tag."

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