Weihnachtsgottesdienst in St. Michael
Lichtblicke gegen Terror

Die heilige Familie wartet beim Krippenspiel auf die drei Könige.

Ans Ziel kommt, wer dem Licht seines Herzens folgt, und nicht, wer den Schergen eines Despoten aufsitzt, der nichts als sein Eigeninteresse im Sinn hat. Das ist die Kernbotschaft des Krippenspiels in St. Michael. Es handelt von den heiligen drei Königen, die ihrem Stern folgen und an Herodes vorbei zur Krippe gelangen, um dem neugeborenen Kind zu huldigen.

Bei der anschließenden Christvesper kritisiert Dekan Wenrich Slenczka die Selbstgerechtigkeit der Menschen. Ausreden wegen des vernachlässigten Kirchgangs gebe es genug. Zum Beispiel: Man wolle doch nicht wie die anderen Heuchler sein, die zwar sonntäglich den Gottesdienst besuchten, in Wirklichkeit aber kein besseres Leben führten als man selbst.

Finstere Taten

Mit Ausflüchten sei man schnell bei der Hand. "Das geschieht nicht nur in und um die Kirche, sondern bestimmt eigentlich unser Leben. Überall kann uns unser Gewissen drücken oder die Selbstgerechtigkeit täuschen." Niemand sei davon ausgenommen. "Das Extrem haben wir gerade diese Woche erlebt. Im Namen Gottes, im Namen Allahs hat ein selbsternannter Gotteskrieger den russischen Generalkonsul in Istanbul ermordet." Kurz danach das Attentat in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. "Schrecken will er verbreiten, weil er meint, ein Recht dazu zu haben." Einer, der sich den Willen Gottes angemaßt habe. "Beide Attentäter sind nun tot. Aber Finsternis bleibt zurück." Und wir? "Dunkelheit umgibt uns in unserem Zorn auf andere und vielleicht auch auf uns selbst."

Im Teufelskreis

Man befinde sich in einem Teufelskreis. Aber: "Gott hat diese verlorene Welt geliebt und liebt sie noch." Nicht wie jemand, der mit Selbstsicherheit seine Unsicherheit überspiele. "Gott übernimmt die Initiative, aber nicht um zu richten. Keine Sintflut, kein Verderben schickt er. Er nimmt nicht Rache, wie sie Menschen androhen." "Gott gibt seinen eigenen Sohn dahin, damit er das Verderben erträgt. Im Stall von Bethlehem ist das schon der erste Schritt in dieses Verderben. Dort liegt er, weil er keinen Raum in der Herberge hatte." Oder anders: "Er kam in sein Eigentum, aber die seinen nahmen ihn nicht auf." Slenczka: "Er wird klein, um uns groß zu machen."

Deshalb brauche sich niemand zu fürchten vor dem Terror anderer Menschen. "Das ist das Wunder an Weihnachten." Jesaja 9,1: "Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell." Musikalisch umrahmt wird die Christvesper von Sybille Wagner (Querflöte), Dorothea Kaiser (Violine) und Hanns-Friedrich Kaiser (Orgel). Die Kollekte ist für die Aktion "Brot für die Welt" bestimmt.
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