Weisheiten vom Dalei Lama

Reinhold Kolzenburg führt seine Zuhörer in die magische Welt des Buddhismus ein. Bild: sbü

Für viele ist der Buddhismus eine schwer verständliche Glaubenswelt. Es gibt über 84 000 Einzellehren. Ein Vortrag darüber in der Veranstaltungsreihe über Weltreligionen lüftete etwas den schwer durchschaubaren Schleier.

Will man Zugang zum Buddhismus bekommen, führt der Weg am leichtesten über die Schriften des Dalai-Lama, empfiehlt Reinhold Kolzenburg in seinem Vortrag im Rahmen der VHS-Serie "Religionen stellen sich vor". Seit 1998 besucht Kolzenburg regelmäßig "Seine Heiligkeit", den 14. Dalai-Lama. Weil Kolzenburg bei dessen 70. Geburtstag nicht dabei sein konnte, erhielt er von ihm den buddhistischen Seidenschal Kata. Er wird in Tibet bei zahlreichen Gelegenheiten als Zeichen der Ehrerbietung überreicht.

Geist im Mittelpunkt

Kolzenburg gab den Zuhörern einen Überblick über diese Weltreligion. Kennzeichnend sei, dass es im Buddhismus zahlreiche Richtungen gebe und nicht "die eine Wahrheit oder das eine Dogma". Zunächst wurden Wege erläutert, die den Zugang zum Buddhismus erschließen könnten. Um dies verständlich zu machen, nannte Kolzenburg sie auch "Fahrzeuge". Dabei zählte er "das kleine Fahrzeug ethische Disziplin" und das "Mahayana" auf, das er als Weg des Mitgefühls beschrieb. Weiterhin gebe es "das große Fahrzeug Weisheit", bei dem "die Dinge so zu erkennen sind, wie sie tatsächlich sind" und das "Fahrzeug Tandra", mit dem die Meditationspraxis auf den Alltag übertragen werde.

In allen Richtungen des Buddhismus gehe es weniger um den Körper, sondern um den Geist. "Ich selbst gehe fest von der Wiedergeburt aus", bekannte Kolzenburg, der von sich selbst auch sagt, dass er Buddhist ist. Der menschliche Geist sei ein "Kontinuum". Es reißt nicht ab. Verlässt der Geist den Körper in ungeordnetem Zustand, dann würde er "den nächsten Körper wieder nehmen, den er kriegt". Als Beispiel nannte Kolzenburg die "drei Prozent extrem Reiche", bei denen dies schnell passiere.

Ärger häuft Karma an

Im menschlichen Leben würde das Karma aufgebaut. Es gibt gutes und schlechtes Karma. Höchstes Ziel des Buddhismus ist es, diesem Kreislauf zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird. Durch Leid werde Karma abgebaut. "Ärger häuft neues Karma an." Auch eine Ziege oder eine Ameise hätten ein Geisteskontinuum. Doch die Geburt als Mensch sei eine der wichtigsten Voraussetzungen, um diesen fast endlosen Kreislauf zu verlassen. Kolzenburg zeigte sich überzeugt, dass dieses Geisteskontinuum ein Kleinkind abrufen könne. "Aber die Erwachsenen hören es nicht."

Auch der Dalai-Lama könne das Geisteskontinuum von Vorgängern abrufen. Nach dem Tod eines Menschen verlasse der Geist den Körper. Deswegen sollte man den Leichnam mehrere Tage liegen lassen. "Ich möchte nicht sofort verräumt werden", sagte der Referent von sich selbst. Der Buddhismus lehne "übertriebene Medizintechnik" ab. Den Menschen sehe der Buddhismus immer nur als Individuum, nicht als Mitglied eines Netzwerks. Schließlich empfahl Kolzenburg "glücklich zu leben, und friedlich zu sterben". Jeden Abend sollte Bilanz gezogen werden.

Mit Klangschalen entführte der Referent, der in Georgenberg eine Praxis für Naturheilkunde und Psychotherapie betreibt, seine Zuhörer in die Welt der Meditation. Mitgebracht hatte er auch andere sakrale Gegenstände wie eine buddhistische Glocke, eine Mantra-Kette oder Räucherstäbchen.
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