08.06.2017 - 20:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wichtiger Helfer für Bergwacht Drohne auf Vermisstensuche

Am vergangenen Wochenende hat sich ein 70-jähriger Wanderer am Schellenberg verirrt. Nach stundenlanger Suche wurde der Mann gefunden. Auch dank einer Drohne, die bei der Weidener Bergwacht als Helfer Premiere feiert.

Die Drohne ist für die Bergwacht ein wichtiges Instrument beim Aufspüren von Vermissten. Symbolbild: Bergwacht Erlangen
von Julian Trager Kontakt Profil

Weiden/Georgenberg. Am Ende waren es menschliche Einsatzkräfte, die den verirrten Wanderer entdeckten. Trotz modernster Technik wie Hubschrauber und Suchdrohnen. Aber: "Die Drohne hat die bekannten Absturzstellen am Schellenberg abgesucht", erklärt Sebastian Vogel, Bereitschaftsleiter der Weidener Bergwacht, "dadurch konnten wir ausschließen, dass der Mann dort ist." Eine wichtige Hilfe. Durch die kleinen, flexiblen Fluggeräte sei es den Helfern möglich, viele Höhenmeter zu machen und die gefährlichen Stellen abzusuchen - ohne, dass sich jemand abseilen muss.

Am Schellenberg kam die Drohne zum ersten Mal im Gebiet der Weidener Bergwacht zum Einsatz. Im Vergleich zu Hubschrauber haben Drohnen laut Vogel mehrere Vorteile: "Flexibler, gefahrloser, kostengünstiger und sie können tiefer fliegen." Gerade über Wälder bringen Hubschrauber Probleme: "Wenn sie die Luft aufwirbeln, sieht man oft nichts." Auch technisch können Drohnen mittlerweile mit den Großen mithalten. "Qualitativ ist das annähernd gleich", erklärt Vogel. Wärmebildkameras und hochauflösende Kameras können ran montiert werden. Die sind teuer: "Schätzungsweise zwischen 8000 und 12 000 Euro."

Bei der Suche nach dem 70-Jährigen am Schellenberg sei die Drohne mit einer hochauflösenden Kamera bestückt gewesen. "Damit sieht man jede Bewegung." Sofern die Baumkronen nicht zu dicht seien. Für eine Wärmebildkamera sei es dagegen zu warm gewesen. "Ab 25 Grad wird's problematisch, dann ist die Boden- und Umgebungstemperatur zu warm. Dann ist nichts auszumachen." Ansonsten sind die sehr hilfreich: "Da sieht man jedes Reh."

Die Bergwacht Bayern setze Drohnen seit vier Jahren ein. "Hauptsächlich bei Vermisstensuchen." Aber nicht jede Bereitschaft habe so ein Gerät. "Jede Region hat ein Technik-Fahrzeug. Da ist auch eine Drohne dabei." Steuern dürfe diese nur jemand, der dafür ausgebildet ist.

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