15.09.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wilde Verfolgungsjagd Vater gegen Verehrer

Eine wilde Verfolgungsjagd liefern sich zwei Männer vor einem Jahr. Dabei kommt es zum Zusammenstoß. Die Aufklärung stellt sich als schwierig dar.

von Autor RNSProfil

So schwierig, dass Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl nun einen Sachverständigen beauftragt hat, der bis zum 28. September das Geschehen vom 29. August letzten Jahres in Schlammersdorf rekonstruieren soll. Fest steht, dass es zwischen dem Vater einer jetzt 16-Jährigen und deren damaligem Verehrer ein wildes Autorennen gegeben hatte. Auf einem Parkplatz am Ende der Ortschaft kam es dann zum Zusammenstoß des Mercedes des 40-Jährigen mit dem Skoda Oktavia des 27-Jährigen. Staatsanwältin Carina Särve wirft dem Arbeitslosen aus dem westlichen Landkreis Neustadt vor, den Mann, der seine Tochter mit einer unsittlichen SMS belästigt hatte, absichtlich gerammt zu haben - strafbar als "gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr".

Dafür spricht die Aussage des Polizisten der Inspektion Eschenbach, der in der Verhandlung vor dem Schöffengericht berichtete, dass der Mann bei der Unfallaufnahme gesagt hatte: "Ich bin ihm reingefahren. Ich wollt' ihn stoppen". Auch der 27-jährige Landwirt berichtete, er sei von dem 40-Jährigen "gehetzt", überholt und "ausgebremst" worden. Mehrfach habe er energisch "in die Eisen treten" müssen. Bei der Einfahrt in den Parkplatz habe er "gerade noch links vorbei" gekonnt und dann sei ihm sein Kontrahent hinten rein gefahren. Auf 7500 Euro sei der Schaden an der Hinterachse, der Felge und der Stoßstange seines Skoda zu beziffern.

Im Gegensatz zu den Schilderungen des Geschädigten sagte der Angeklagte aus, er habe den jungen Mann zur Rede stellen wollen, deshalb die Warnblinkanlage eingeschaltet und bei der Einfahrt in den Parkplatz sei es dann ungewollt zum Zusammenstoß gekommen. Der Fahrer eines dritten Autos, ein ehemaliger Freund der 16-Jährigen, schilderte die Vorkommnisse gänzlich anders, als er es in den Aussagen bei der Polizei getan hatte. Es habe kein "Ausbremsen" gegeben. Und auch die vorherige Verfolgungsfahrt sei anders abgelaufen als geschildert.

Wenig zur Aufklärung konnten auch die Ehefrau des Angeklagten, seine Tochter und sein Sohn, die mit im Auto gewesen waren, beitragen. Deshalb vertagte Richter Gerhard Heindl die Verhandlung auf 28. September, 9 Uhr.

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